Der lettische Geheimdienst hat gewarnt, dass Russland Provokationen und hybride Angriffe gegen die baltischen Staaten oder Polen vorbereitet, um den NATO-Ostflügel zu destabilisieren und die Unterstützung für die Ukraine zu verringern. Dies geht aus einer am 22. Juni 2026 veröffentlichten Bewertung in den Medien hervor. Demnach bestehe derzeit keine unmittelbare Gefahr eines konventionellen Großangriffs, jedoch nehme das Risiko nichtlinearer Aggressionen zu.
Ein Vertreter des lettischen Geheimdienstes erklärte gegenüber Fox News, dass eine großangelegte Invasion aktuell nicht zu erwarten sei. Selbst im Falle eines Endes des Krieges in der Ukraine würde Russland drei bis fünf Jahre benötigen, um seine militärischen Fähigkeiten wieder ausreichend aufzubauen. Derzeit bestünden die Hauptgefahren aus Provokationen wie Drohnen- und Raketenangriffen sowie anderen hybriden Methoden.
Strategie Moskaus
Nach dieser Einschätzung verfolgt der Kreml die Strategie, kontinuierlichen psychologischen und politischen Druck auf die NATO-Ostflanke auszuüben, ohne einen direkten militärischen Konflikt zu riskieren, den Russland derzeit nicht führen könne.
Genannt werden unter anderem der Einsatz von Migranten, die über Belarus an die Grenzen Polens und der baltischen Staaten gelenkt werden, sowie Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, staatliche Institutionen und Medien.
Sabotage und Desinformation im Ostseeraum
Regelmäßige Sabotageakte an Unterseekabeln in der Ostsee sowie Brandanschläge auf zivile und kommerzielle Einrichtungen werden als Teil einer breiteren Kampagne beschrieben. Zusätzlich zielten Desinformationsoperationen darauf ab, ethnische und gesellschaftliche Spannungen in Lettland, Litauen, Estland und Polen zu verschärfen.
Die Bewertung betont, dass diese hybriden Maßnahmen darauf abzielen, die Kohärenz der NATO zu testen und eine koordinierte Antwort des Bündnisses erforderlich machen.
Der Schutz kritischer Infrastruktur wie Energienetze, Kommunikationsleitungen und Verkehrswege wird als zentrale Priorität der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik hervorgehoben. Parallel dazu müssten Gegenaufklärung, Cyberabwehr und Grenzsicherung verstärkt werden, um weitere Angriffe zu verhindern.


