Frühzeitige Weinlese in Österreich wegen Trockenheit
In Österreich hat die Weinlese aufgrund der anhaltenden Trockenheit bereits deutlich früher als üblich begonnen. Laut Josef Glatt, Direktor des Weinbauverbands, ist die aktuelle Situation beispiellos und erinnert an die Weinlese im Jahr 2018.
Durch den Wassermangel und die damit einhergehende Trockenheit sinken die Säurewerte der Trauben, was zu kleineren Beeren und geringerer Saftausbeute führt. Glatt erwartet, dass die Ernte in Österreich um etwa zwei Wochen früher startet und bereits teilweise begonnen hat. Die genauen Ertragsverluste lässt sich noch nicht beziffern, da diese von der Witterung in den kommenden Wochen abhängen.
Ein betroffener Winzer aus der Thermenregion, Heinrich Hartl, beschreibt die extreme Lage in seiner Region, wo einige Weinbauern ohne Bewässerung bereits erhebliche Verluste erlitten haben. Hartl selbst hat bewässern müssen, um seine Pflanzen zu retten. Ähnlich äußert sich Gerhard Lobner aus dem südlichen Weinviertel, der ebenfalls mit Ertragseinbußen rechnet.
Die Dürre ist nicht nur in Niederösterreich ein Problem; auch in anderen Weinbaugebieten wie dem Burgenland und der Steiermark wird die Weinlese vorgezogen. Das volle Ausmaß der Schäden durch die Trockenheit wird voraussichtlich im September abschätzbar sein.
Einordnung
Die frühzeitige Weinlese und die sinkenden Erträge stellen eine erhebliche Herausforderung für die Weinbauern dar. Die Trockenheit wirkt sich nicht nur auf die Qualität des Weins aus, sondern auch auf die wirtschaftliche Situation der Betriebe. Die Anpassungen an die klimatischen Bedingungen könnten langfristige Folgen für die Weinbauindustrie haben.


