Ernteausfälle im Bezirk Waidhofen/Thaya durch Dürre
Die anhaltende Trockenheit und Hitze im Bezirk Waidhofen/Thaya im Sommer 2026 führte zu erheblichen Ernteausfällen in der Landwirtschaft. Bezirkbauernkammerobmann Christoph Kadrnoschka sprach in einem Interview von einer beispiellosen Dürre.
Bei der Getreideernte erreichen die Landwirte lediglich die Hälfte der Erntemengen im Vergleich zum Vorjahr. Trotz relativ hoher Qualität des Weizens und Roggens, die gute Backeigenschaften aufweist, bleiben die erwarteten Preissteigerungen in diesem Jahr aus. „Davon ist heuer nichts zu spüren,“ so Kadrnoschka.
Kritische Lage für Viehhalter
Besonders betroffen sind Grünland und Herbstkulturen, die unter dem ausbleibenden Regen und hohen Temperaturen leiden. Ein kräftiger Wind trägt zusätzlich zur Austrocknung des Bodens bei. Bereits beim hitzeverträglichen Mais begann die Ernte, da er sonst zu trocken wird. Dies hat dramatische Folgen für Viehhalter, insbesondere für Rinderhalter, die auf Heu und Silage angewiesen sind. „Die Menge und Qualität leiden unter den extremen Bedingungen,“ erläutert Kadrnoschka.
Beim Heuschnitt kam in diesem Jahr nicht einmal die Hälfte der üblichen Mengen zusammen. Dies zwingt die Viehhaltenden Betriebe zur Bestandsreduzierung, was Überkapazitäten auf den Schlachthöfen zur Folge hat. Der Absatz von Jungtieren ist eingeschränkt, was zu einer erhöhten Anzahl an Schlachtungen führt. „Die viel langsamere Reproduktionsrate bei Rindern verlängert den Zeitraum zum Wiederaufbau der Bestände,“ erklärt Kadrnoschka.
Schlechte Kartoffelernte
Die Kartoffelernte wird ebenfalls enttäuschend ausfallen; in einigen Regionen werden die Erträge nicht einmal die Fixkosten decken. „Nur ganz wenige Kartoffelflächen im Bezirk Waidhofen können bewässert werden,“ so Kadrnoschka. Auch Kürbisfelder sind aufgrund der Trockenheit geschädigt. Zusätzlich fressen Wildtiere die Kürbisse, was potenziell zu Totalausfällen führt. Diese Schäden sind nicht versicherbar, da der Bezirk Waidhofen nicht im entsprechenden Anbaugebiet liegt.
Landwirte unter Druck
Angesichts der aktuellen Situation geraten viele Landwirte an die Grenzen ihrer finanziellen und psychischen Belastbarkeit. Finanzielle Hilfen seien daher unerlässlich, da die Fixkosten – etwa für Diesel, Dünger und Versicherungen – in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. „Die Landwirte sind verzweifelt,“ resümiert Kadrnoschka.
Einordnung
Die anhaltende Dürre belastet die heimische Landwirtschaft erheblich. Neben dramatischen Ernteausfällen führt sie zu Marktverwerfungen und erhöhtem Druck auf die Tierhaltung. Ohne schnelle Unterstützung könnten viele Betriebe in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.


