Frühe Weinlese im Südburgenland
Die Weinlese im Südburgenland hat früher als gewohnt begonnen. Diesmal starten viele Winzer etwa zwei Wochen früher als üblich, mit den ersten Weißweinen, die bereits gelesen werden.
Im Bezirk Oberwart ist der Beginn der Weinlese bereits erfolgt. Am Eisenberg sind die ersten Erntegaben dieser Woche zu erwarten. Die Winzer im Bezirk äußern sich zur Ernte, insbesondere hinsichtlich der aktuellen Trockenheit und dem Schädlingsbefall durch die Rebzikade.
Reduzierte Erträge und hohe Qualität
Herbert Weber, Winzer aus Eisenberg, steht vor einer schwierigen Ernte. Er erwartet in diesem Jahr einen Rückgang der Traubenerträge um nahezu 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die extreme Trockenheit hat kleinere Trauben mit weniger Saft beeinflusst. Besonders die Hanglagen verzeichnen große Ausfälle. Trotz dieser Herausforderungen ist die Qualität der Trauben hoch.
Weber berichtet von Problemen mit der Rebzikade, die ihm etwa 200 Weinstöcke kostete. Dennoch sieht er optimistisch in die Zukunft: „Wir haben aus dieser extremen Zeit viel gelernt, um besser auf zukünftige Wetterlagen vorbereitet zu sein.”
Besonders betroffen: der Rotwein
Pirmin Winklhofer aus Welgersdorf schätzt ebenfalls die Ernteausfälle auf bis zu einem Drittel, insbesondere bei Rotweinen. Die geringere Saftausbeute ist auf die kleinen Beeren zurückzuführen, die aufgrund der Bedingungen in diesem Jahr zahlreich sind. Die erwarteten Erträge bei Weißweinen sollten jedoch nicht stark betroffen sein.
„Heuer ist es ganz kritisch, insbesondere meinen Junganlagen geht es schlecht – wir haben aus dieser Zeit gelernt, uns anzupassen,” äußert Winklhofer.
Für die Zukunft plant Winklhofer Anpassungen im Weingarten-Management, um mit den erwarteten Trockenheiten besser umzugehen und gleichzeitig auf qualitativ hochwertige Weine zu setzen.
Positive Entwicklung beim Bio-Weinbau
Reinhold Krutzler, der kürzlich als Bio-Weinbauer am Eisenberg tätig wurde, berichtet von der erfolgreichen Nährstoff- und Wasserversorgung seiner Weinreben trotz des trockenen Wetters. In Hanglagen wird jedoch eine Ausfallrate von 15 bis 20 Prozent erwartet, da der steinige Boden das Wasser schlechter aufnehmen kann.
Trotz dieser Herausforderungen ist Krutzler zuversichtlich hinsichtlich einer hochwertigen Weinlese, dank der guten Reifung unter Sonnenstrahlen. Der geringer Schädlingsbefall stellt einen Vorteil dar, besonders für den Bio-Anbau. „Die Umstellung auf Bio war herausfordernd, jedoch bin ich überzeugt von nachhaltiger Landwirtschaft,” betont Krutzler.
Einordnung
Die frühe Weinlese mit reduzierten Erträgen ist ein Zeichen der Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen im Südburgenland. Die Wetterextreme beeinflussen die Quantität, während die Qualität der Weine hoch bleibt, was für die Winzer von Bedeutung ist, um in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben.


