Regierung beendet Zusammenarbeit mit Derad zur Bekämpfung von Extremismus

August 28, 2026 13:42
Regierung beendet Zusammenarbeit mit Derad zur Bekämpfung von Extremismus

Bundesregierung beendet Zusammenarbeit mit Deradikalisierungsstelle Derad

Die Bundesregierung hat die Kooperation mit der Deradikalisierungsstelle Derad beendet. Dies bestätigte das Innenministerium gegenüber der APA. Grund für diese Entscheidung sind Bedenken, dass mehrere Akteure des Vereins Verbindungen zur Ideologie der Muslimbrüderschaft aufweisen.

Laut dem Verfassungsschutz gibt es zwar keine strafrechtlichen Vorwürfe, dennoch weist Derad die Anschuldigungen entschieden zurück. Moussa Al-Hassan Diaw, Mitgründer und Obmann des Vereins, bezeichnete die Vorwürfe als „kompletten Quatsch“ und betonte, dass sie stets vor der Muslimbruderschaft gewarnt hätten.

Derad betreut gegenwärtig etwa 200 ehemalige und aktive Islamisten im Rahmen von Deradikalisierungsprogrammen. Der Verein, der seit 2016 für das Justizministerium tätig ist, beklagt sich über den Verlust der Kooperation, da die Initiative auch in Gefängnissen arbeitet. Die Entscheidung des Innenministeriums folgt auf eine Sicherheitsüberprüfung durch die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienste (DSN).

Das Innenministerium hat beantragt, Derad aus dem Bundesweiten Netzwerk Extremismusprävention und Deradikalisierung auszuschließen, an dem verschiedene Ministerien und Organisationen beteiligt sind. Der Verlust der Unterstützung betrifft auch andere öffentliche Institutionen, während alternative Organisationen für die Deradikalisierungsaufgaben in Betracht gezogen werden.

Einordnung

Die Beendigung der Zusammenarbeit ist eine Reaktion auf interne Hinweise zu Verbindungen von Derad zur Muslimbruderschaft. Diese Entscheidung hat weitreichende Implikationen für die Deradikalisierungsarbeit in Österreich und könnte die Betreuung von gefährdeten Personen beeinflussen.

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