Belarusischer KGB durchsucht Rückkehrer aus der EU und prüft ihre Smartphones

September 5, 2026 19:00
Belarusischer KGB durchsucht Rückkehrer aus der EU und prüft ihre Smartphones
Belarusischer KGB durchsucht Rückkehrer aus der EU und prüft ihre Smartphones

Der belarusische Staatssicherheitsdienst KGB hat in Mogiljow Bewohner durchsucht, die kurz zuvor in EU-Staaten gewesen waren. Dabei wurden nach einem am 4. September 2026 veröffentlichten Bericht Smartphones auf Kontakte zu Vertretern der demokratischen Bewegung kontrolliert. Mehrere Betroffene seien zudem zu möglichen Verbindungen mit belarusischen Oppositionellen befragt worden.

Die Vorgänge wurden im Zusammenhang mit einer verstärkten Kontrolle von Bürgern bekannt, die nach Reisen in die Europäische Union nach Belarus zurückkehrten. Im Mittelpunkt standen dabei nicht konkrete Vorwürfe gegen einzelne Personen, sondern die Frage, ob sie während ihres Aufenthalts in Europa Kontakt zu Kritikern der Regierung aufgenommen hatten. Der Bericht über die Durchsuchungen in Mogiljow nennt dabei die Kontrolle persönlicher Mobiltelefone und Befragungen durch Mitarbeiter des KGB.

Mehrere Fälle in den letzten Augustwochen

Das Menschenrechtszentrum Wjasna registrierte nach den vorliegenden Angaben mehrere solcher Fälle in den letzten zwei Wochen des Augusts 2026. Die Organisation dokumentierte damit eine Praxis, bei der die Rückkehr aus einem EU-Land zum Anlass für sicherheitsbehördliche Maßnahmen genommen wurde. Welche konkreten Personen betroffen waren und ob gegen sie formelle Verfahren eingeleitet wurden, geht aus den Angaben nicht hervor.

Bei den Kontrollen richtete sich das Interesse der Sicherheitskräfte demnach auf gespeicherte Kontakte und mögliche Verbindungen zu Mitgliedern der demokratischen Bewegung. Die Überprüfung der Smartphones erfolgte im Zuge von Hausdurchsuchungen. Auch Befragungen zu Kontakten mit Oppositionsvertretern wurden genannt. Weitere Einzelheiten zu den betroffenen Bewohnern von Mogiljow, zum Umfang der Durchsuchungen oder zu möglichen Beschlagnahmungen liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.

Die Maßnahmen fügen sich in eine Reihe von Berichten über das Vorgehen belarusischer Sicherheitsbehörden gegen Personen ein, die mit oppositionellen oder unabhängigen Einrichtungen in Verbindung stehen. Dabei wird im vorliegenden Fall ausdrücklich der Aufenthalt in Ländern der Europäischen Union als Bezugspunkt der Kontrollen genannt. Die Sicherheitsbehörden untersuchten demnach, ob Reisende während ihrer Zeit außerhalb des Landes Kontakte zu Vertretern der demokratischen Bewegung hergestellt hatten.

Mindestens 40 Durchsuchungen im Zusammenhang mit Universität

Bereits zuvor war über mindestens 40 Durchsuchungen bei Belarusen berichtet worden, die einen Bezug zur Europäischen Humanistischen Universität in Tallinn hatten. Betroffen gewesen seien nach den vorliegenden Angaben Lehrende, Absolventen und Studierende beziehungsweise Personen aus diesem Umfeld. Menschenrechtsvertreter empfahlen ihnen daraufhin, nicht nach Belarus zurückzukehren. Als Grund wurde die Gefahr weiterer Verfolgung genannt.

Die Angaben zu den Fällen in Mogiljow und zu den Durchsuchungen im Umfeld der Universität betreffen unterschiedliche Personengruppen. Gemeinsam ist ihnen nach den vorliegenden Berichten der Bezug zu Auslandsaufenthalten oder zu einer europäischen Bildungseinrichtung. Eine weitergehende Verbindung zwischen den einzelnen Maßnahmen wird in den Angaben nicht hergestellt.

Für Menschen, die nach Europa gereist waren, bedeuteten die dokumentierten Kontrollen eine zusätzliche Sicherheitsprüfung bei der Rückkehr. Im Zentrum standen persönliche Geräte, Kontakte und mögliche Gespräche mit Kritikern der belarusischen Führung. Die vorliegenden Berichte nennen keine Angaben dazu, wie viele Personen insgesamt befragt oder wie viele Mobiltelefone überprüft wurden.

Wjasna hatte in den vergangenen zwei Augustwochen mehrere Fälle in Mogiljow festgehalten. Der Bericht vom 4. September 2026 machte die Vorgänge öffentlich und ordnete sie in die Reihe der Maßnahmen gegen Personen mit vermuteten oder tatsächlichen Kontakten zur demokratischen Bewegung ein. Weitere Informationen zu den einzelnen Verfahren wurden zunächst nicht genannt.

Die Kontrollen nach der Rückkehr aus EU-Staaten und die früher gemeldeten Durchsuchungen im Umfeld der Europäischen Humanistischen Universität bleiben damit Gegenstand der Dokumentation belarusischer Menschenrechtsorganisationen.

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