Rosstat weist höheren Anteil verlustbringender russischer Unternehmen aus

September 5, 2026 18:10
Rosstat weist höheren Anteil verlustbringender russischer Unternehmen aus
Rosstat weist höheren Anteil verlustbringender russischer Unternehmen aus

Der Anteil verlustbringender russischer Organisationen ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen. Nach den veröffentlichten Daten von Rosstat arbeiteten 33,5 Prozent der erfassten Unternehmen mit einem negativen Finanzergebnis. Im ersten Halbjahr 2025 hatte der Anteil bei 30,4 Prozent gelegen. Insgesamt meldeten 21.500 Organisationen Verluste von zusammen 5,36 Billionen Rubel. Das waren fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Zahlen beziehen sich nicht auf die gesamte russische Unternehmenslandschaft. Der Statistik zufolge sind kleine Unternehmen, Banken, staatliche und kommunale Einrichtungen sowie nicht kreditgebende Finanzorganisationen nicht berücksichtigt. Die Angaben erfassen damit vor allem größere und mittlere Organisationen, die in der Statistik von Rosstat enthalten sind. Eine Auswertung der veröffentlichten Rosstat-Daten weist auf die Verschlechterung der finanziellen Ergebnisse hin.

Gesamtgewinn der Unternehmen sinkt

Parallel dazu ging der sogenannte saldierte Gewinn der russischen Unternehmen im Zeitraum von Jänner bis Juni 2026 um 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Er belief sich auf 11,7 Billionen Rubel. Der Rückgang konzentrierte sich dabei nahezu vollständig auf den Juni. In diesem Monat lag der saldierte Gewinn bei 398,6 Milliarden Rubel und damit 5,2-mal niedriger als im Juni 2025.

Auch die Zahl der Unternehmen mit positivem Ergebnis nahm ab. Ihr Anteil sank innerhalb eines Jahres von 69,6 auf 66,5 Prozent. Das entspricht 42.700 Organisationen. Die Summe ihrer Gewinne verringerte sich um 8,3 Prozent auf 17,06 Billionen Rubel. Damit standen im ersten Halbjahr 2026 sowohl weniger Unternehmen auf der Gewinnseite als auch eine niedrigere Gesamtsumme der ausgewiesenen Gewinne.

Die Entwicklung der Gewinne und Verluste verlief nicht in allen Branchen gleich. Besonders stark betroffen war die russische Kohlewirtschaft. Dort überstiegen die Verluste den Gewinn im ersten Halbjahr um 153 Milliarden Rubel. Die Branche erzielte damit unter dem Strich ein negatives Ergebnis.

Kohlewirtschaft mit negativem Ergebnis

Für die russischen Kohleunternehmen wird in den vorliegenden Angaben eine schwierige Kombination aus Absatz- und Transportproblemen beschrieben. Nach dem Verlust des europäischen Marktes wurde ein größerer Teil des Exports nach Asien umgeleitet. Dabei mussten Lieferungen teilweise mit deutlichen Preisnachlässen angeboten werden. Die Preisgestaltung reichte in einzelnen Fällen bis nahe an die Produktionskosten oder darunter.

Zusätzlichen Druck erzeugten höhere Tarife der russischen Eisenbahn sowie die begrenzte Kapazität der Bahnverbindungen Baikal-Amur-Magistrale und Transsibirische Eisenbahn. Bei langen Exportstrecken können dadurch Transportkosten entstehen, die die wirtschaftliche Rentabilität der Lieferungen erheblich einschränken. In den vorliegenden Thesen wird beschrieben, dass eine Ausweitung der Exportmengen unter diesen Bedingungen nicht automatisch zu einer Verbesserung der finanziellen Lage führt.

Die Belastungen treffen dabei nicht nur die Kohlewirtschaft. Für die verlustbringenden Organisationen insgesamt stieg die Summe der negativen Ergebnisse binnen Jahresfrist um fünf Prozent. Die veröffentlichten Zahlen nennen als Zeitraum Jänner bis Juni 2026 und weisen zugleich darauf hin, dass die Statistik bestimmte Unternehmens- und Institutionengruppen nicht umfasst.

Rückgang im Juni besonders ausgeprägt

Der starke Einbruch im Juni beeinflusste das Halbjahresergebnis wesentlich. Während die Unternehmen in den ersten sechs Monaten zusammen noch einen saldierten Gewinn von 11,7 Billionen Rubel auswiesen, fiel der monatliche Wert im Juni auf 398,6 Milliarden Rubel. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres entsprach das einem Rückgang um den Faktor 5,2.

Die Gewinnsumme der Organisationen mit positivem Ergebnis sank im gesamten ersten Halbjahr um 8,3 Prozent auf 17,06 Billionen Rubel. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Organisationen mit Verlusten auf 21.500, und ihre Verluste erreichten 5,36 Billionen Rubel. Beide Entwicklungen werden in den veröffentlichten Statistiken getrennt ausgewiesen: Die eine betrifft die Unternehmen mit Gewinn, die andere jene mit negativem Ergebnis.

Die Daten liefern außerdem keinen vollständigen Überblick über kleinere Betriebe und mehrere Bereiche des Finanz- und öffentlichen Sektors. Für eine Bewertung der gesamten russischen Wirtschaft ist deshalb zu berücksichtigen, dass diese Gruppen in der Berechnung fehlen. Die Statistik beschreibt somit die Entwicklung jener Organisationen, die von Rosstat in diesem Datensatz erfasst wurden.

Die zweite Übersicht zum saldierten Gewinn russischer Unternehmen nennt ebenfalls den Rückgang um 13,3 Prozent und führt die Halbjahresdaten mit dem markanten Einbruch im Juni zusammen. Damit ergibt sich für die ersten sechs Monate 2026 ein Bild sinkender Gesamtgewinne, eines höheren Anteils verlustbringender Organisationen und eines besonders schwachen Ergebnisses in der Kohlewirtschaft.

Rosstat weist die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 in einer Statistik aus, die weitere Entwicklungen im Jahresverlauf zunächst offenlässt.

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