Kämpfe im Sudan eskalieren zwischen Militär und paramilitärischen Gruppen

September 23, 2026 11:53
Kämpfe im Sudan eskalieren zwischen Militär und paramilitärischen Gruppen

Sudan: Bürgerkrieg vertieft humanitäre Krise

Im Sudan herrscht seit dem 15. April 2023 Krieg zwischen den regulären Sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF). Der Konflikt hat das Land faktisch in verschiedene Machtzonen geteilt und Millionen von Menschen entwurzelt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von der größten humanitären Krise weltweit, mit rund 34 Millionen Menschen, die Hilfe benötigen.

Die SAF kontrolliert Khartum sowie große Gebiete im Norden, Osten und Zentrum, während die RSF im Westen, insbesondere in Darfur, die Kontrolle übernommen hat. Zwischen diesen Zonen liegt die strategisch wichtige Region Kordofan, in der die Kämpfe immer wieder aufflammen. Eine UN-Untersuchung identifizierte den Anstieg des Einsatzes moderner Drohnentechnologie und ausländischer Unterstützung als einen entscheidenden Faktor in der Konfliktdynamik.

Der Konflikt geht auf einen Machtkampf zwischen General Abdel Fattah al-Burhan, dem Führer der SAF, und Mohamed Hamdan Dagalo, bekannt als Hemedti, an die Spitze der RSF zurück. Beide waren ursprünglich Verbündete, haben sich jedoch aufgrund von Streitigkeiten über die Integration der RSF in die regulären Streitkräfte zerstritten. Am 15. April brachen schließlich in Khartum offene Kämpfe aus.

Neben den Kampfhandlungen ist die humanitäre Lage katastrophal. Der Zusammenbruch der Versorgungssysteme hat dazu geführt, dass Millionen Menschen in akuten Ernährungsproblemen stecken. Laut IPC benötigen zwischen Februar und Mai 2026 knapp 19,5 Millionen Menschen Unterstützung. Zudem sind bereits über 11 Millionen Menschen aufgrund des Konflikts vertrieben worden, davon rund 6,43 Millionen Binnenvertriebene im Sudan.

Einordnung

Die sich verschlechternde humanitäre Lage im Sudan und die daraus resultierenden Massenvertreibungen sind von enormer globaler Relevanz. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, die akuten Bedürfnisse der Bevölkerung zu adressieren, während gleichzeitig die Komplexität des Konflikts und die Unterstützung durch ausländische Akteure diplomatische Lösungsversuche erschwert.

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