Abfertigung künftig ab 2028 potenziell risikobehaftet

September 24, 2026 19:43
Abfertigung künftig ab 2028 potenziell risikobehaftet

Reform der betrieblichen Altersvorsorge beschlossen

Der Nationalrat hat am Mittwoch eine Reform der betrieblichen Altersvorsorge beschlossen, die ab 2028 in Kraft tritt. Rund vier Millionen unselbstständig Erwerbstätige können künftig die monatlichen Arbeitgeberbeiträge zur Abfertigung neu anlegen.

Arbeitnehmer haben die Wahl, das bestehende Modell mit Kapitalgarantie beizubehalten oder das neue Modell mit höherem Risiko zu wählen, das eine mögliche Rendite von bis zu 5 Prozent pro Jahr vorsieht. Bisher lag die durchschnittliche Rendite bei rund 2 Prozent jährlich. Arbeitnehmer, die sich für die riskantere Variante entscheiden, können ihre Ansprüche jedoch nicht wie bisher bei einem Jobwechsel auszahlen, sondern erst bei Pensionsantritt, mit Ausnahme von Härtefällen.

Der NEOS-Abgeordnete Christoph Pramhofer erläuterte, dass die Politik die Performance der Betriebs-Vorsorgekassen, die monatlich 1,53 Prozent des Bruttogehalts anlegen, durch Vorgaben eingeschränkt habe. Mit dem neuen Modell wird eine durchschnittliche Rendite von 4 Prozent erwartet. Bei einem monatlichen Beitrag von 40 Euro könnten Arbeitnehmer am Ende ihres Berufslebens bei 2 Prozent Rendite 60.000 Euro und bei 4 Prozent 95.000 Euro erwirtschaften.

Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen, kündigte an, dass der Aktienanteil im neuen Modell zwischen 40 und 50 Prozent liegen werde. Darüber hinaus wurde die Reduzierung der jährlichen Veranlagungskosten der Vorsorgekassen von 0,8 auf 0,6 Prozent des Vermögens beschlossen.

Einordnung

Die Reform ermöglicht Arbeitnehmern eine flexiblere und potenziell ertragreichere Gestaltung ihrer Altersvorsorge. Sie zielt darauf ab, die zweite Pensionssäule zu stärken und die gesetzliche Pension zu entlasten. Die neuen Regelungen dürften langfristig Auswirkungen auf die finanzielle Situation der zukünftigen Rentner haben.

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