Aktivisten der Gruppe „Solidarität in solidarnost“ haben in der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 2026 in Villach drei Ortstafeln um den slowenischen Ortsnamen „Beljak“ ergänzt. Die Gruppe bekannte sich zu der Aktion.
Nach Angaben der Gruppe fand sie in der Nacht vom Freitag, den 9. auf den 10. Oktober statt. In einer Aussendung schrieb die Gruppe: „Aus Höflichkeit haben wir das für die Stadtregierung gemacht. Sie sollen überlegen, wie sie die staatsvertraglichen Verpflichtungen zum Schutz der zweiten Landessprache auch diesbezüglich umsetzen“.
Die Aktion wurde von der Gruppe auch mit dem 10. Oktober verknüpft, der in Kärnten traditionell an die Volksabstimmung erinnert. Die Aktivisten erklärten dazu, dieser Tag sei aus ihrer Sicht kein Grund zum Feiern; sie sprachen von „jahrelange[n] Verdrängung, Assimiliation und Verweigerung von Menschen- und Minderheitenrechte“.
Der Vorgang steht in einem größeren Zusammenhang um die zweisprachige Beschilderung in Kärnten. Der Artikel verweist auf die 2011 vereinbarte Ortstafellösung, nach der in 164 Kärntner Ortschaften verpflichtend zweisprachige Ortstafeln angebracht werden sollen.
Als Hintergrund nennt der Bericht außerdem frühere Schmieraktionen an Ortstafeln in Südkärnten. Im vergangenen Jahr wurden dort mehrere Tafeln beschmiert, wobei die slowenische Bezeichnung unkenntlich gemacht worden sein soll.
Der Rat der Kärntner Slowenen sowie Vorsitzende des Volksgruppenbeirates und der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen verurteilten die Schmieraktion. Die Freiheitliche Bezirkspartei (FPÖ) Völkermarkt setzte für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 1.000 Euro aus.


