Die Marktgemeinde Gleinstätten will ihren Shared-Space-Bereich in der Ortsmitte neu gestalten. Auslöser sind hoher Durchzugsverkehr und wachsende Sicherheitsbedenken für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende.
Gleinstätten hatte 2010 Österreichs ersten Shared Space eingerichtet. Nach mehr als zwei Jahrzehnten wird das Projekt nun in der Gemeinde selbst als nicht mehr ausreichend wirksam beschrieben.
Bürgermeisterin Elke Halbwirth spricht von täglich rund 6.000 bis 8.000 Autos, die durch den Ort rollen. Das Gefahrenpotenzial für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, die Grundregeln des Shared Space würden kaum noch beachtet.
Im Herbst des Vorjahres startete dazu ein Bürgerbeteiligungsprozess. Die Ergebnisse wurden bei einem Aktionstag unter dem Motto „Raus auf die Straßen“ vorgestellt. Dort nutzten Kinder die gesperrte Fläche zum Radfahren und Spielen, Kinder des Kindergemeinderats gestalteten zudem ein Kreidebild auf dem Asphalt.
An dem Beteiligungsprozess nahmen 16 Bürgerinnen und Bürger aus Gleinstätten aktiv teil. Bereits umgesetzt sind zwei Eltern-Haltezonen sowie zusätzliche Querungshilfen, die als „gelbe Füße am Asphalt“ bezeichnet werden.
Gemeinsam mit einem Verkehrsplaner und einer Landschaftsgestalterin wurde ein Gestaltungskonzept für den Bereich erarbeitet und ist nach Angaben der Gemeinde umsetzungsreif. Als erster Schritt ist eine auffällige rote Markierung bei der Mittelschule Gleinstätten zwischen den beiden Fahrspuren vorgesehen, um das Queren sicherer zu machen und den motorisierten Verkehr stärker zum Rücksichtnehmen zu bewegen.
Raum- und Verkehrsplaner Günther Rettensteiner sagte dazu: „Die rote Markierung ist für den Verkehr tabu und soll dabei helfen, die Straße sicherer zu überqueren“.


