Die Aktionsgemeinschaft „Leibnitz lädt ein“ steht vor einem umfassenden Umbruch, da sie sich den immer komplexer werdenden Herausforderungen zur Stärkung der Innenstadt gegenüber sieht. In einer Sitzung, die in den kommenden Tagen stattfinden soll, werden Konzepte zur Zukunft des gemeinnützigen Vereins erörtert. Darüber berichtet Welt Stimme.
LEIBNITZ. Im Jahr 1988 wurde in Leibnitz eine Interessensgemeinschaft aller Wirtschaftsbetriebe am Leibnitzer Hauptplatz gegründet, die seit 1990 als gemeinnütziger Verein unter dem Namen „Leibnitz lädt ein“ agiert. Der Verein setzt sich dafür ein, den inneren Kern der Bezirksstadt zu beleben. In den letzten Jahren ist die Arbeit jedoch zunehmend komplizierter geworden, was den Verein laut eigenen Angaben dazu zwingt, sich komplett neu aufzustellen.
Umstrukturierung lässt Vorstand hoffen
Im Februar betonten Obmann Fritz Parmetler und Barbara Draxler bei einer Pressekonferenz stolz, dass der 1,6-millionste Gutschein auf den Markt gebracht wurde. Dieser Erfolg repräsentiert immerhin 16 Millionen Euro, die den wirtschaftlichen Erfolg verschiedener Unternehmen in der Innenstadt gesichert haben, so die beiden Vorstandsmitglieder.
Barbara Draxler (Kassierin) hebt die positiven Aspekte der Aktionsgemeinschaft hervor, die ihrer Meinung nach deutlich zur Belebung von Leibnitz beitragen: „Wir befinden uns in einer totalen Umstrukturierung und bitten in dieser Phase um Geduld. Wir haben viele Ideen und neue Konzepte, um die Innenstadt weiter zu beleben. Leider sind wir bereits im dritten Jahr der Rezession. Wichtig ist, dass wir auch junge Unternehmerinnen und Unternehmer ins Boot holen und von unserer Arbeit als gemeinnütziger Verein überzeugen.“
Wie geht es weiter?
In den kommenden Tagen wird ein Treffen der Mitgliedsbetriebe stattfinden, bei dem die Zukunft der Aktionsgemeinschaft besprochen wird. Der Einladung zufolge wurde das Stadtbüro von der Politik gekündigt, zugesagte Subventionen wurden gekürzt, und die Mitgliedsbetriebe sind seit 2007 unverändert geblieben. Aktuell sind noch 39 Mitgliedsbetriebe aktiv, jedoch haben in den letzten Jahren viele Geschäfte aus unterschiedlichen Gründen geschlossen, so Draxler.
Stadtchef fordert Blick über Tellerrand
Bürgermeister Daniel Kos hat bestätigt, dass der Mietvertrag für das „Leibnitz lädt ein“-Büro zum Jahresende aus Kostengründen ausläuft. Er hat zugleich konkrete Vorstellungen, wie die Belebung der Innenstadt und das Miteinander ausgestaltet werden könnten. „Nachdem das Büro der Einkaufsgemeinschaft als Archiv dient, haben wir Alternativflächen angeboten, aber unser Vorschlag wurde nicht angenommen“, äußert Kos. In diesem Zusammenhang spricht er das Thema „Leibnitz lädt ein“-Gutschein an und beschreibt es als „leidiges Thema“: „Dieser wird in einigen Mitgliedsbetrieben gar nicht mehr angenommen. Ich wünsche mir, dass der Gutschein unter bestimmten Bedingungen in allen Geschäften der Innenstadt eingelöst werden kann. Leider hat mein Vorschlag bisher nicht gefruchtet. Als Kommunalpolitiker setze ich mich bereits seit 20 Jahren dafür ein.“
Bürgermeister Kos sieht die Verantwortung für die Aktivierung der Innenstadt bei den Betrieben und fordert sie auf, einen Blick über den Tellerrand zu wagen: „Mir ist es ein Anliegen, dass die Betriebe aktiv werden und über den Tellerrand schauen. Meine Hand ist ausgestreckt, aber bisher hat sich in den Gesprächen nichts ergeben. Das finde ich schade.“
Am 11. September wird das Thema „Leibnitz lädt ein“ bei der nächsten Gemeinderatssitzung auch den Gemeinderat beschäftigen.


