Die Fluggesellschaft Air Arabia hat zahlreiche für Oktober und Dezember 2026 geplante Flüge nach Russland gestrichen. Über die Änderungen informierten nach den vorliegenden Angaben zunächst Reiseveranstalter; der Konzern selbst soll betroffene Kunden nicht allgemein, sondern nur auf individuelle Anfrage über die Anpassungen informieren. Die Entscheidung folgt auf weitere Aussetzungen internationaler Verbindungen nach Russland. Air Tanzania hatte bereits am 4. September die Strecke zwischen Dar es Salaam und Moskau vorübergehend eingestellt.
Über die geplanten Streichungen von Air Arabia berichteten Medien am 9. September 2026. Betroffen sind demnach Flüge eines der größeren Luftfahrtunternehmen aus dem Nahen Osten. Eine öffentlich verbreitete Mitteilung an alle Passagiere lag nach den vorliegenden Informationen zunächst nicht vor. Reiseveranstalter erfuhren demnach früher von den Änderungen als viele direkt gebuchte Kunden. Die Streichung der Air-Arabia-Flüge im Herbst und Winter betrifft damit auch die Planung von Pauschalreisen und individuellen Aufenthalten.
Weitere Aussetzungen internationaler Verbindungen
Air Tanzania begründete die Unterbrechung ihrer Verbindung zwischen Dar es Salaam und Moskau mit der gestiegenen Gefahr für die zivile Luftfahrt im russischen Luftraum. Die Aussetzung gilt seit dem 4. September. Damit ist neben einem Unternehmen aus dem Nahen Osten auch eine afrikanische Fluggesellschaft von den jüngsten Einschränkungen betroffen.
Bereits in der Nacht zum 2. September hatten türkische Fluggesellschaften mindestens mehrere Flüge nach Moskau und in der Gegenrichtung abgesagt. Passagiere, die Tickets für Verbindungen nach Antalya, Istanbul, Izmir, Bodrum oder Dalaman besaßen, konnten nach den vorliegenden Angaben nicht von Moskau in die türkischen Städte abfliegen. Die türkischen Anbieter verwiesen demnach auf die Vermeidung unvorhersehbarer Zwischenfälle im Zusammenhang mit der Lage im russischen Luftraum.
Die einzelnen Maßnahmen unterscheiden sich in ihrem Umfang und ihrer Dauer. Bei Air Tanzania geht es um die vorübergehende Unterbrechung einer konkreten Verbindung. Die türkischen Unternehmen stornierten Flüge in beide Richtungen, während Air Arabia Verbindungen für mehrere Monate aus dem Flugplan genommen hat. In russischen Medien wurde über die Absage Dutzender Flüge durch ausländische Fluggesellschaften berichtet.
Risiken für die zivile Luftfahrt
Als Grund für die Entscheidungen wird in den vorliegenden Berichten die zunehmende Unsicherheit im russischen Luftraum genannt. Dabei geht es um mögliche Drohnenangriffe, Störungen beim Betrieb von Luftabwehrsystemen und wiederholte Schließungen von Flughäfen. Für internationale Fluggesellschaften führen solche Faktoren zu kurzfristigen Änderungen bei Routen, Abflügen und Landungen. Die betreffenden Unternehmen müssen dabei den Schutz von Passagieren und Besatzungen ebenso berücksichtigen wie den Einsatz ihrer Flugzeuge.
Die Berichte stellen die Aussetzungen in den Zusammenhang mit dem fortdauernden russischen Krieg gegen die Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor zur Situation im russischen Luftraum Stellung genommen. Im Anschluss daran wurde über die erste ausländische Fluggesellschaft berichtet, die ihre Russland-Verbindungen offiziell einstellte. Die offizielle Einstellung einer Verbindung nach einer Erklärung Selenskyjs wurde dabei als weiterer Bestandteil der Entwicklung genannt.
Für Russland ist das internationale Flugangebot bereits durch die Folgen der Sanktionen und durch Schwierigkeiten im eigenen Luftfahrtsektor eingeschränkt. In den vorliegenden Angaben werden fehlende Ersatzteile, Probleme bei Wartung und Instandhaltung sowie Schwierigkeiten beim Versuch genannt, ausländische Technik und Komponenten zu ersetzen. Der Rückzug ausländischer Anbieter verengt das Angebot zusätzlich. Russische Fluggesellschaften können den Angaben zufolge die wegfallenden internationalen Verbindungen nicht vollständig ausgleichen.
Folgen für Reiseveranstalter und Passagiere
Besonders relevant sind die Streichungen für die Monate Oktober und Dezember 2026. Reiseveranstalter müssen bereits verkaufte Reisen neu organisieren, Umbuchungen prüfen oder Rückerstattungen bearbeiten. In den vorliegenden Thesen wird mit zahlreichen Rückforderungen und möglichen Gerichtsverfahren gerechnet. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass Zahlungen an ausländische Vertragspartner vielfach bereits geleistet sein könnten und alternative Verbindungen oder freie Flugzeuge nicht ohne Weiteres verfügbar sind.
Eine konkrete Zahl der betroffenen Passagiere oder des finanziellen Umfangs der möglichen Ausfälle wurde in den Angaben nicht genannt. Ebenso ist nicht bestätigt, dass sämtliche internationalen Fluggesellschaften ihre Russland-Verbindungen einstellen werden. Fest steht nach den vorliegenden Informationen, dass mehrere Anbieter ihre Flüge bereits abgesagt oder ausgesetzt haben und dass Reiseunternehmen die Änderungen teilweise vor einer öffentlichen Information der Fluggesellschaften erhielten.
Die Entwicklung betrifft damit nicht nur einzelne Flugpläne. Sie verändert auch die verfügbaren internationalen Anschlussmöglichkeiten über Moskau und die für russische Reisende wichtigen Verbindungen über die Türkei und den Nahen Osten. Weitere Entscheidungen der Fluggesellschaften werden von der Sicherheitslage, den Betriebsbedingungen an den Flughäfen und der jeweiligen Risikobewertung der Unternehmen abhängen.
Die aktuellen Angaben zu den Anpassungen von Air Arabia und weiteren internationalen Anbietern wurden auch in einer Zusammenstellung zu den massenhaften Flugstreichungen ausländischer Airlines aufgegriffen. Für Passagiere bleiben zunächst die jeweiligen Reiseveranstalter und Fluggesellschaften die maßgeblichen Ansprechpartner.


