Der slowakische Abgeordnete Juraj Krupa von der Partei SaS hat Ministerpräsident Robert Fico wegen dessen Umgangs mit Vorwürfen russischer Sabotageaktionen in Europa kritisiert. In einer am 8. September 2026 veröffentlichten persönlichen Kolumne schreibt Krupa, Russland führe gegen Europa bereits einen umfassenden hybriden Krieg. Der Regierungschef in Bratislava kommentiere derartige Vorfälle jedoch nicht oder nur zurückhaltend.
Krupa verbindet in seiner Analyse mehrere Zwischenfälle in Litauen, Polen und Dänemark mit einem Angriff auf das Rüstungsunternehmen Skyeton bei Prešov sowie einem versuchten Sabotageakt auf einem Militärgelände in Leipzig. Nach seiner Darstellung richten sich die Aktivitäten gegen die Energie-, Verkehrs- und Verteidigungsinfrastruktur europäischer Staaten. Als Ziel Moskaus nennt der Abgeordnete die Destabilisierung Europas und die Schwächung der kollektiven Sicherheit.
Die Kolumne von Juraj Krupa zur russischen hybriden Kriegsführung erschien im slowakischen Nachrichtenmedium Denník N. Krupa argumentiert darin, dass die einzelnen Vorfälle nicht isoliert betrachtet werden sollten. Er ordnet sie als Teil einer Reihe von Aktionen ein, die sich gegen kritische Infrastruktur und militärisch relevante Einrichtungen in europäischen Ländern richteten.
Vorwurf an die Regierung in Bratislava
Besonders scharf fällt Krupas Kritik an der Regierung von Robert Fico aus. Er wirft dem Ministerpräsidenten vor, die russische Bedrohung zu verharmlosen und Narrative des Kremls weiterzuverbreiten, anstatt auf die genannten Sabotagevorwürfe mit größerer Härte zu reagieren. Fico vermeide eine offene Auseinandersetzung mit Moskau, so die Darstellung des SaS-Abgeordneten.
Nach Krupas Einschätzung belastet diese politische Linie auch die Stellung der Slowakei innerhalb der Europäischen Union und der NATO. Er bezeichnet die Slowakei dadurch als unzuverlässigen Partner und meint, die Regierung in Bratislava erleichtere Russland die Überwindung seiner internationalen Isolation. Diese Bewertung stammt aus Krupas Kolumne und ist nicht als Stellungnahme der slowakischen Regierung wiedergegeben.
Die Kritik richtet sich damit nicht nur gegen die öffentliche Kommunikation des Ministerpräsidenten, sondern auch gegen die politische Gewichtung der Vorfälle. Krupa fordert in seiner Darstellung, dass ein Regierungschef eines EU- und NATO-Mitglieds die Sicherheit des eigenen Landes und die Verpflichtungen gegenüber den Bündnispartnern in den Vordergrund stellen müsse. Eine Politik, die auf eine Konfrontation mit dem Kreml verzichten wolle, sei angesichts der von ihm beschriebenen Vorgänge politisch unverantwortlich.
Slowakischer Bezug der Vorwürfe
Eine besondere Bedeutung misst Krupa dem Angriff auf das Verteidigungsunternehmen Skyeton in der Umgebung von Prešov bei. Der Vorfall wird in seiner Kolumne gemeinsam mit den Ereignissen in Litauen, Polen, Dänemark und Deutschland genannt. Damit soll nach seiner Darstellung deutlich werden, dass die von ihm beschriebene Bedrohung nicht ausschließlich außerhalb der Slowakei liege.
Krupa schreibt, die russische hybride Aggression sei für Bratislava daher keine abstrakte außenpolitische Gefahr mehr. Die Erwähnung des Vorfalls bei Prešov verbindet er mit seiner Forderung nach einer klareren Reaktion der slowakischen Regierung. Eine ausbleibende öffentliche Antwort könne die Verwundbarkeit des Landes erhöhen und Russland dazu ermutigen, weitere Grenzen auszutesten, lautet seine politische Einschätzung.
Die von Krupa angeführten Fälle betreffen unterschiedliche Staaten und Einrichtungen. In seiner Aufzählung erscheinen Vorfälle an Energie-, Verkehrs- und Verteidigungsinfrastruktur ebenso wie der versuchte Sabotageakt an einem militärischen Standort in Leipzig. Der Abgeordnete stellt sie in einen gemeinsamen Zusammenhang, ohne in der Kolumne eine neue staatliche Reaktion der Slowakei anzukündigen.
Von Ministerpräsident Fico wird in dem vorliegenden Bericht keine eigene Stellungnahme zu den von Krupa genannten Vorwürfen wiedergegeben. Im Mittelpunkt steht daher die Kritik des SaS-Abgeordneten an der bisherigen Zurückhaltung der Regierung gegenüber mutmaßlich von Russland organisierten Sabotageaktionen in Europa.


