Der Chef des saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco, Amin Nasser, hat die Freigabe strategischer Diesel- und Rohöllager der G7 als Zeichen für ein „beängstigendes Niveau“ der globalen Reserven bezeichnet. Er warnte am Montag zudem, dass es selbst bei vollständig wieder geöffneten wichtigen Schifffahrtsrouten bis zu zwei Jahre dauern könnte, um die angegriffenen strategischen Bestände wieder aufzufüllen.
Die G7 hatten am Freitag beschlossen, 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Notreserven freizugeben. Nasser sagte bei einer Energiekonferenz in London, „Das System ist bereits unter Druck“.
Nach seinen Angaben seien seit Beginn des Konflikts fast 3 Milliarden Barrel Öl aus dem Angebot gefallen, während 1 Milliarde Barrel aus globalen Lagerbeständen freigegeben worden seien. Um diese Vorräte wieder aufzufüllen, wäre seiner Darstellung nach über 18 Monate hinweg eine zusätzliche Nachfrage von 2 Millionen Barrel pro Tag nötig.
Nasser sagte weiter, Saudi-Arabien könne seine maximale Produktionskapazität von 12 Millionen Barrel pro Tag innerhalb weniger Tage bereitstellen. Zugleich sei ein großer Teil der verbleibenden rund 6 Milliarden Barrel in weltweiten Lagern „praktisch nicht verfügbar“, weil diese Mengen für den Betrieb von Anlagen benötigt würden.
Aramco prüfe außerdem neue Exportwege, um Risiken durch blockierte Handelsrouten zu verringern, sagte Nasser. Der Konzern arbeite bereits an einer „vierte und fünfte“ Exportroute, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Brent wurde am Montag bei rund 102 Dollar beziehungsweise rund 91 Euro gehandelt.


