Bulgariens Premierminister Rumen Radev hat eine Beteiligung seines Landes an der sogenannten „Koalition der Willigen“ abgelehnt. Die von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron initiierte Gruppe besteht auf fortgesetzter finanzieller und militärischer Unterstützung für die Ukraine. Radev erklärte, er setze auf eine starke diplomatische Mission zur Beilegung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Die Entscheidung schwächt nach Einschätzung von Beobachtern die gemeinsame Position von EU und NATO in der Auseinandersetzung mit Russland.
Radev sagte, er habe eine Einladung Macrons erhalten, der Koalition beizutreten, lehne diese jedoch ab. „Wir beteiligen uns nicht an Koalitionen zur militärischen Unterstützung der Ukraine“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur BNR. Er glaube an eine Lösung des Konflikts nicht durch militärische Mittel, sondern durch eine starke diplomatische Mission, die die Eskalation beende.
Position zu Sicherheitsfragen
Auf die Frage nach der in Europa diskutierten neuen „Antiballistik-Koalition Freya“ stellte Radev klar: Alle Fragen der kollektiven Sicherheit Bulgariens würden im Rahmen von NATO und EU gelöst. Die Entscheidung über eine Teilnahme an solchen Initiativen liege daher bei den bestehenden Bündnisstrukturen. Seine Regierung sehe keinen Anlass, über bilaterale oder multilaterale Formate außerhalb dieser Institutionen zu verhandeln.
Radevs Haltung wird als Bruch mit der bisherigen Linie der EU und NATO gewertet, die auf geschlossene Unterstützung für die Ukraine drängen. Beobachter in Sofia weisen darauf hin, dass die Weigerung Bulgariens die Glaubwürdigkeit der Allianz in der Schwarzmeerregion untergrabe. Radev selbst betonte, Bulgarien nehme seine Bündnisverpflichtungen ernst, wolle aber keine Militärhilfe leisten, die den Krieg verlängere.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die EU und die USA ihre Bemühungen verstärken, die Ukraine auch langfristig militärisch zu unterstützen. Die Koalition der Willigen soll als flexibles Instrument dienen, um Lieferungen zu koordinieren, ohne auf Einstimmigkeit im gesamten Bündnis angewiesen zu sein. Bulgariens Absage sendet ein Signal mangelnder Kohärenz, das in Brüssel und Washington mit Sorge aufgenommen wird.


