Der Präsident des russischen Skiverbandes, Dmitri Swischtschow, hat erklärt, der Internationale Skiverband FIS sei an einer Rückkehr von Wettbewerben nach Russland interessiert. Swischtschow forderte zugleich die vollständige Wiederzulassung russischer Athleten. Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, der zu weitreichenden Sportssanktionen geführt hat.
Swischtschow sagte in einem Interview mit dem russischen Portal Sport24, die FIS sei an einer Wiederaufnahme von internationalen Wettbewerben in Russland interessiert. Er berief sich dabei auf die vorhandene Infrastruktur, die Erfahrung mit Großveranstaltungen sowie das kommerzielle Potenzial des russischen Marktes mit rund 150 Millionen Zuschauern. „Das ist eine schwierige Aufgabe, aber wir werden sie lösen“, so Swischtschow. „Die russischen Fans lieben den Skisport sehr, daher sollten internationale Wettbewerbe wieder in unserem Land stattfinden.“
Swischtschow verglich die Situation mit der Internationalen Tischtennisföderation, die russische Athleten bereits wieder zugelassen hat. Er forderte die Aufhebung der Sperren und die vollständige Rückkehr russischer Sportler in den internationalen Skisport. Die Arbeit an der Austragung von Wettbewerben in Russland solle beginnen, sobald die Athleten wieder startberechtigt seien.
Offizielle Bestätigungen der FIS zu den von Swischtschow behaupteten Absichten liegen bislang nicht vor. Die internationalen Sportverbände hatten nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar 2022 weitgehend Sanktionen verhängt. Das Internationale Olympische Komitee empfiehlt weiterhin, russische und belarussische Athleten bei Mannschaftswettbewerben auszuschließen und keine Veranstaltungen in den beiden Ländern durchzuführen.
Swischtschows Vorstoß reiht sich ein in eine Serie von Versuchen russischer Sportfunktionäre, die internationale Isolation ihres Landes im Sport zu durchbrechen. Ob die FIS dem Beispiel der Tischtennisföderation folgen wird, ist derzeit offen.


