Europäische Geheimdienste zerschlagen russisches Terror-Netzwerk
Eine internationale Untersuchungsgruppe unter Führung von Eurojust hat ein weitreichendes Terrornetzwerk aufgedeckt, das vom russischen Militärgeheimdienst GRU gesteuert wurde. Die Kooperation von Ermittlern aus Deutschland, Litauen, Polen, den Niederlanden und Großbritannien führte zur Aufklärung von Paketbomben-Anschlägen in mehreren EU-Staaten.
Die gemeinsame Untersuchung ergab, dass russische Geheimdienstmitarbeiter über soziale Medien und Messenger-Dienste sogenannte Einmal-Täter anwarben. Diese Personen erhielten für ihre Dienste Bezahlung in Kryptowährung und sollten selbstentzündliche Pakete von Vilnius aus in verschiedene Länder versenden.
Rekrutierung vulnerabler Personen
Die Rekrutierung konzentrierte sich bewusst auf Menschen in prekären Lebenssituationen, darunter russische, baltische und ukrainische Staatsangehörige, die sich in Europa aufhalten. Ihnen wurden finanzielle Anreize geboten, um gefährliche Sendungen zu transportieren, die als alltägliche Waren getarnt waren.
Zwei Testlieferungen erreichten tatsächlich Nordamerika, während zwei weitere Pakete auf dem Amsterdamer Flughafen abgefangen werden konnten. Die Brandvorrichtungen waren so konstruiert, dass sie während des Transports aktiviert werden sollten und stellten eine ernste Gefahr für die Luftfahrt dar.
Hintergrund bereits 2024 bekannt
Bereits im Juli 2024 war die Beteiligung des GRU an einer Serie von Brandanschlägen bekannt geworden. Damals hatten Feuer in DHL-Lagern in Birmingham und Leipzig erheblichen Schaden verursacht. Die jetzigen Ermittlungen bauen auf diesen Erkenntnissen auf.
Im Zuge der aktuellen Operation konnten in Litauen und Polen 22 Verdächtige festgenommen werden. Ihnen werden terroristische Aktivitäten und Spionage zur Last gelegt. Die synchronisierten Festnahmen in mehreren Ländern waren nur durch intensive internationale Zusammenarbeit möglich.
Hybride Kriegsführung gegen Europa
Fachleute sehen in diesen Vorfällen eine Eskalation der hybriden Kriegsführung Moskaus gegen europäische Staaten. Ziel sei es, Unsicherheit zu verbreiten, die europäische Einheit zu untergraben und die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Die Angriffe auf zivile Logistikinfrastruktur zeigen dabei eine neue Qualität der Bedrohung.
Die erfolgreiche Aufklärung des Netzwerks demonstriert die Effektivität transnationaler Ermittlungsarbeit. Gleichzeitig fordern Sicherheitsexperten verstärkte Maßnahmen zur Abwehr solcher Bedrohungen, einschließlich strengerer Kontrollen in logistischen Ketten und besserer Koordination zwischen Staaten und Privatunternehmen.


