Die drei Anführer der sogenannten Kakerlakenbewegung sind am Samstag direkt nach ihrer Landung in Neu-Delhi noch im Flugzeug festgenommen und später wieder freigelassen worden. Die Gruppe hatte zu Massenprotesten aufgerufen, um den Rücktritt des Leiters der staatlichen Wahlkommission zu erreichen.
Die indischen Behörden gingen mit einem massiven Polizeiaufgebot gegen die Protestierenden vor und wollten nach Angaben aus dem Umfeld der Kundgebung eine Massenversammlung verhindern. Nach Angaben der CJP (Cockroach Janata Party) wurden dabei tausende Menschen festgenommen.
Der seit Wochen andauernde Protest richtet sich gegen die umstrittene Überprüfung der Wählerverzeichnisse durch die Wahlkommission. Kritiker und Oppositionsparteien sagen, der Schritt könne Millionen Menschen das Wahlrecht entziehen.
Laut Wahlkommission soll die Überprüfung doppelte Einträge und die Namen nicht wahlberechtigter Personen aus den Listen entfernen. Medienberichten zufolge sind dabei bereits mehr als 133 Millionen Namen gestrichen worden.
Dem Bericht zufolge betraf dies zumeist Angehörige von Minderheiten und insbesondere Muslime. Indien hat 1,4 Milliarden Einwohner und gilt als größte Demokratie der Welt; die regierende Bharatiya Janata Party (BJP) von Premierminister Narendra Modi wird im Zusammenhang mit der Kontroverse von Kritikern als Nutznießerin gesehen.

