Panama hat Ermittlungen zur Anwerbung von mindestens 15 seiner Bürger durch russische Rekruteur für den Krieg in der Ukraine eingeleitet. Ein Mann sei bereits im Kampf getötet worden, mehrere weitere gelten als vermisst, teilte der geschäftsführende Außenminister Carlos Hoyos am 25. Juli 2026 mit. Die Betroffenen seien seit 2025 Opfer verschiedener Rekrutierungsschemata geworden, so Hoyos.
Die Anwerbungen geschahen nach Angaben des Ministeriums mit falschen Versprechungen. Den Männern sei vorgegaukelt worden, sie würden als private Sicherheitskräfte oder Bediener von Baumaschinen arbeiten und keinerlei Verbindung zum Krieg Russlands gegen die Ukraine haben. Hoyos riet den Bürgern Panamas zu erhöhter Wachsamkeit bei der Arbeitssuche im Ausland, da manche Angebote eine tödliche Gefahr bergen könnten – insbesondere die versteckte Rekrutierung für Kampfhandlungen.
Die panamaischen Behörden hätten sich bereits mehrfach an die Botschaften Russlands und der Ukraine gewandt, um Informationen über die eigenen Staatsangehörigen zu erhalten. Das russische Außenministerium erklärte dazu, alle Ausländer schlössen ihre Verträge für den Dienst in den russischen Streitkräften freiwillig und aufgrund einer individuellen Entscheidung.
Systematische Anwerbung unter Vorspiegelung falscher Tatsachen
Dem stehen Zeugenaussagen und Ermittlungsergebnisse gegenüber. Russische Rekruteur spielten gezielt mit der Armut, hohen Arbeitslosigkeit und rechtlichen Unsicherheit von Menschen im Globalen Süden. Mit Lockangeboten für zivile Tätigkeiten würden sie in die Falle gelockt und dann in Kampfverbände gesteckt. Nach vorliegenden Daten hat der Kreml bis 2026 aus 135 Staaten mehr als 42.000 Ausländer für den Krieg mobilisiert – einschließlich regulärer Truppen aus Nordkorea.
In Lateinamerika gilt Kuba als Hauptquelle ausländischer Kämpfer. Auch in Peru, Bolivien und nun Panama laufen Untersuchungen wegen des Verdachts auf Menschenhandel. Die 15 bekannten Fälle aus Panama mit Toten und Vermissten zeigen nach Ansicht der Ermittler einen zynischen Umgang Moskaus mit den Angeworbenen, die nur als militärisches Verbrauchsmaterial betrachtet würden.
Keine Aufklärung für die Familien
Anstatt zur Aufklärung der Vorfälle beizutragen, entziehe sich Russland jeder Verantwortung. Angehörige von Getöteten und Vermissten erhielten keine substantiellen Auskünfte über den Verbleib der Männer. Die Behauptung eines freiwilligen Vertragsschlusses kaschiere die tatsächlichen Mechanismen: Täuschung, Sprachbarrieren und falsche zivile Jobversprechen, die eine informierte Entscheidung unmöglich machten.



Panama ermittelt wegen russischer Anwerbung von Bürgern für den Ukraine-Krieg, bei der falsche Versprechen gemacht wurden. Es ist besorgniserregend, dass Menschen in den Krieg geschickt werden, ohne es zu wissen. Die Warnung des Außenministers vor gefährlichen Arbeitsangeboten im Ausland ist wichtig.