Die frühere ungarische Regierung unter Viktor Orbán hat der Aqua Lorenzo Kft. 2,874 Milliarden Forint aus EU-Mitteln für die Modernisierung eines Mineralwasserwerks in Albertirsa bewilligt. Das Unternehmen gehört zum Geschäftsimperium des ungarischen Unternehmers Lőrinc Mészáros. Die Förderung deckte damit fast 40 Prozent der auf rund 7,7 Milliarden Forint veranschlagten Projektkosten.
Die Förderung war für mehrere Maßnahmen vorgesehen. Geplant waren Investitionen in die Energieeffizienz, eine Ausweitung der Produktion, neue Produktionslinien, eine Solaranlage sowie die Modernisierung der Wassersysteme. Die Bewilligung erfolgte im Mai 2022, obwohl die Antragsunterlagen zuvor zahlreiche Beanstandungen ausgelöst hatten.
36 Beanstandungen bei der Prüfung
Nach einer Recherche zu der EU-Förderung für das Mineralwasserunternehmen von Lőrinc Mészáros stellte das ungarische Staatsschatzamt insgesamt 36 Mängel fest. Die Behörde verlangte mehrere Nachbesserungen, bevor die Unterlagen weiterbearbeitet werden konnten.
Die Einwände betrafen unter anderem die Angebote im Vergabeverfahren, die technische Dokumentation, den Nachweis des Eigenanteils und die Berechnungen zur Energieeffizienz. Damit bezogen sich die Beanstandungen sowohl auf formale Bestandteile des Antrags als auch auf die technische und finanzielle Begründung des Projekts.
Trotz dieser Feststellungen erhielt Aqua Lorenzo Kft. im Mai 2022 nahezu die gesamte beantragte Fördersumme. Die Prüfung war damit nicht abgeschlossen. Auch bei der endgültigen Ausarbeitung des Projekts mussten die Unterlagen in mehreren Runden korrigiert und ergänzt werden.
Projektkosten und Förderanteil
Die Gesamtkosten des Vorhabens wurden mit etwa 7,7 Milliarden Forint angegeben. Davon stammten 2,874 Milliarden Forint aus einem europäischen Fonds. Der EU-Anteil lag somit bei knapp 40 Prozent der Projektkosten. Der verbleibende Teil der Finanzierung wurde nicht näher aufgeschlüsselt.
Die Investition in Albertirsa sollte nach den vorliegenden Angaben mehrere Bereiche des Betriebs gleichzeitig erfassen. Neben der Verbesserung der Energieeffizienz waren zusätzliche Kapazitäten und neue Linien vorgesehen. Auch eine Solaranlage sowie Arbeiten an den Wassersystemen gehörten zum genehmigten Projektumfang.
Die Dokumente zeigen zugleich, dass die Förderstelle die Bewerbung nicht ohne weitere Prüfungen akzeptierte. Die festgestellten 36 Mängel führten zu wiederholten Nachforderungen und Änderungen. Dennoch wurde die beantragte Unterstützung in einem Umfang genehmigt, der nahezu der ursprünglichen Antragssumme entsprach.
Politischer Kontext der Förderung
Der Fall fällt in eine politische Phase, in der Viktor Orbán die Europäische Union und insbesondere Brüssel öffentlich wiederholt kritisiert hatte. Gleichzeitig wurden unter seiner Regierung EU-Mittel für Projekte ungarischer Unternehmen eingesetzt. Die Förderung der Aqua Lorenzo Kft. betrifft dabei ein Unternehmen, das dem Umfeld von Lőrinc Mészáros zugerechnet wird.
Mészáros gilt als einer der wichtigsten ungarischen Unternehmer im Umfeld der früheren Regierung. Im konkreten Fall geht es um die Aqua Lorenzo Kft. und deren Mineralwasserwerk in Albertirsa. Die vorliegenden Angaben belegen die Eigentumszuordnung zum Unternehmensverbund Mészáros sowie die Bewilligung der EU-Förderung, nicht jedoch eine gesonderte Begründung der Behörden für die besondere Behandlung des Antrags.
Gerade deshalb steht die Abfolge der Prüfungsschritte im Mittelpunkt: Zunächst stellte das Staatsschatzamt zahlreiche Mängel fest. Danach wurden Unterlagen mehrfach überarbeitet. Im Mai 2022 bewilligte die Regierung dennoch fast den gesamten beantragten Betrag. Für die Bewertung der Vergabe sind damit sowohl die Höhe der Förderung als auch der dokumentierte Umfang der Nachbesserungen relevant.
Die Angaben stammen aus einer am 16. September 2026 veröffentlichten Medienberichterstattung. Sie beziehen sich auf die Förderentscheidung, die Projektkosten und die bei der Antragsprüfung festgestellten Mängel. Eine weitergehende behördliche Bewertung der Vergabe wird in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Die Aqua Lorenzo Kft. erhielt damit eine EU-Förderung von 2,874 Milliarden Forint für ein 7,7 Milliarden Forint teures Modernisierungsprojekt in Albertirsa; die dokumentierten Korrekturen der Unterlagen begleiteten das Verfahren bis zur abschließenden Projektbearbeitung.


