In Polen ist in Niederschlesien ein Mann festgenommen worden, weil die Behörden einen möglichen Anschlag auf Ministerpräsident Donald Tusk prüfen. Den Fall bestätigten am Sonntag mehrere Regierungsvertreter.
Der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzynski, sagte, der Mann sei in Niederschlesien festgenommen worden. Innenminister Marcin Kierwinski bestätigte die Festnahme auf X.
Regierungssprecher Adam Szlapka sagte dem Sender TVN24, Tusk sei am Sonntag früh informiert worden. Nach seinen Angaben sei das Signal „wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit“ gewesen. Der Regierungschef habe dennoch normal weitergearbeitet.
Innenminister Kierwinski sagte bei TVP Info, es sei „in diesem Stadium wahrscheinlich noch zu früh“, von einem „Auslandsbezug“ zu sprechen. Es scheine sich eher um „einen Mann aus sehr radikalen Gruppen“ zu handeln, der über das Internet „sehr radikale Kontakte zu verschiedenen Personen“ geknüpft habe.
Dobrzynski sagte zudem, bei den aktuell vorliegenden Informationen zu einem möglichen Attentatsversuch gegen Regierungsmitglieder gebe es „eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Drohungen tatsächlich umgesetzt werden könnten“. Ob es tatsächlich einen Anschlagsplan gab, ist damit nach den vorliegenden Angaben nicht bestätigt.
Tusk ist seit Dezember 2023 wieder polnischer Ministerpräsident. Polen ist EU- und NATO-Mitglied und wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stark in Fragen der Sicherheit eingebunden.

