Putin setzt auf IS-Methoden in seinem hybriden Krieg gegen Europa

Oktober 31, 2025 10:05
Putin setzt auf IS-Methoden in seinem hybriden Krieg gegen Europa
Putin setzt auf IS-Methoden in seinem hybriden Krieg gegen Europa

Russlands Präsident Wladimir Putin greift laut einem Bericht von Euronews zunehmend auf Methoden zurück, die an die Vorgehensweise der Terrororganisation IS erinnern. Dazu gehören gezielte Propaganda, Desinformation und die Rekrutierung von sozial schwachen und oft russischsprachigen Personen in Europa. Ziel ist es, Chaos zu stiften, Vertrauen in Regierungen zu untergraben und Unterstützung für die Ukraine zu diskreditieren. Wie beim IS sollen ideologisch aufgeladene Botschaften – religiös, nationalistisch oder antiwestlich – Loyalität erzeugen und Personen zu gefährlichen „Einmalagenten“ machen.

Parallelen zwischen Russland und IS

Experten ziehen immer häufiger direkte Parallelen zwischen dem Vorgehen des Kremls und den Strategien des sogenannten Islamischen Staates. Beide setzen auf hybride Kriegsführung, die physische Gewalt mit verdeckten subversiven Aktionen verbindet. Im Oktober 2025 warf Bundeskanzler Friedrich Merz Russland vor, eine systematische Kampagne der Online-Radikalisierung zu betreiben – eine Methode, die auch der IS zwischen 2013 und 2019 nutzte, um verletzliche Gruppen in Europa für Anschläge und Sabotageakte zu gewinnen.

„Einmalagenten“ als neues Werkzeug der Desinformation

Laut Hans-Jakob Schindler, Leiter eines Projekts zur Bekämpfung des Extremismus, nutzt Russland sogenannte „Einmalagenten“, die entweder ideologisch motiviert oder finanziell anfällig sind. Diese werden über soziale Netzwerke für Spionage- und Sabotageaktionen angeworben – etwa Brandstiftung, das Filmen militärischer Objekte oder das Versenden von Sprengsätzen. Schindler beschreibt die Kombination aus wirtschaftlicher Not und ideologischer Nähe als „idealen Nährboden“ für solche Rekrutierungen.

Aktivität russischer Dienste in Europa

Nach Angaben von Deutsche Welle wurden allein 2024 über 40 Operationen russischer Geheimdienste in Europa dokumentiert – darunter Sabotage, Brände und gezielte Tötungen. Besonders aktiv sind russische Netzwerke in russischsprachigen Gemeinden in Deutschland, Frankreich und Spanien, häufig mit Unterstützung der Russisch-Orthodoxen Kirche. Diese Strukturen dienen sowohl der Propaganda als auch der Rekrutierung von Agenten des Einflusses.

Psychologische Wirkung und Reaktion Europas

Das Hauptziel solcher hybriden Operationen ist laut Sicherheitsexperten nicht die materielle Zerstörung, sondern die Erzeugung von Angst, Misstrauen und gesellschaftlicher Spaltung. Selbst kleine Akte der Sabotage können erhebliche psychologische Effekte erzeugen und das Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben. Fachleute fordern deshalb ein einheitliches europäisches Frühwarnsystem und eine engere Zusammenarbeit der Sicherheitsdienste, um hybriden Bedrohungen wirksamer zu begegnen.

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