Am 29. September 2025 wurden in Serbien elf Personen festgenommen, gegen die die französische Polizei Haftbefehle ausgestellt hatte. Sie stehen im Verdacht, eine Serie gezielter Hassverbrechen in Frankreich und Deutschland organisiert zu haben, darunter das Beschmieren von Synagogen in Paris mit grüner Farbe und das Ablegen von Schweineköpfen vor Moscheen. Ermittler vermuten, dass diese Aktionen von Angehörigen der ehemaligen russischen Militärabteilung Nr. 29155 der GRU initiiert wurden, die seit den frühen 2020er Jahren für Auslandssabotage und -morde bekannt ist.
Details zu den Vorfällen in Frankreich
Die Festgenommenen sollen unter anderem mindestens drei Synagogen, ein jüdisches Restaurant und ein Holocaust-Mahnmal in Paris attackiert haben. Zudem wurden mindestens neun muslimische Gebetsstätten mit Schweineköpfen verunreinigt – eine Provokation mit hoher symbolischer Wirkung. Überwachungskameras dokumentierten die Taten, die Täter filmten sich dabei und planten offenbar, diese Aufnahmen gezielt online zu verbreiten, um Spannungen zu verstärken.
Zusammenarbeit und Hintergründe der Operation
Nach Angaben der Behörden wurden die elf Festgenommenen in Serbien von einem weiteren Landsmann geschult, der sich derzeit der Strafverfolgung entzieht und im Auftrag einer ausländischen Geheimdienstorganisation agiert. Die Bezahlung betrug nur wenige Hundert Euro pro Person, was auf eine geringe Wertschätzung der Täter seitens der russischen Militärgeheimdienste schließen lässt. Die Vorfälle werden unter Beteiligung des sogenannten Berner Clubs untersucht – eines Zusammenschlusses von Sicherheitsdiensten aus 27 EU-Staaten, Norwegen und der Schweiz.
Zunahme hybrider Angriffe seit 2022
Seit Beginn des umfassenden Angriffs auf die Ukraine 2022 haben russische Geheimdienste ihre hybriden Operationen in Europa deutlich intensiviert. Laut Experten hat sich die Zahl solcher Sabotageakte 2024 im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht, 2025 wurden mindestens elf Fälle dokumentiert. Die Methoden reichen von Brandstiftungen, Sabotage und Cyberangriffen über Manipulationen der GPS-Navigation bis hin zur Zerstörung von Unterwasserkabeln und Pipelines. Oft werden dafür Bürger Drittstaaten via Online-Rekrutierung, meist über Messenger wie Telegram, angeworben, um Gegenmaßnahmen zu umgehen.
Reaktion der EU und NATO auf hybride Bedrohungen
Mit Blick auf diese wachsende Gefahr verstärken EU und NATO ihre Zusammenarbeit. Maßnahmen umfassen verstärkte Patrouillen im Ostseeraum, die Ausweisung russischer Agenten und die Entwicklung einer gemeinsamen Reaktionsstrategie. Im Rahmen des Projekts „Himmlischer Schild“ wird auch eine mögliche Integration des ukrainischen Luftraums in das NATO-Luftverteidigungssystem geprüft. Parallel baut die EU ihre digitale Sicherheit aus, um Wahlen zu schützen und Desinformation zu bekämpfen – unter anderem durch Kooperationen mit ukrainischen Fachkräften.
Herausforderungen und geopolitische Spannungen
Auf institutioneller Ebene werden in Brüssel und Straßburg neue gesetzliche Mechanismen zur Abwehr hybrider Bedrohungen diskutiert, einschließlich verschärfter Sanktionen gegen Russland. Innerhalb der NATO gibt es jedoch Uneinigkeit, insbesondere in Bezug auf die Teilnahme von Ungarn und der Slowakei an gemeinsamen Projekten wie der sogenannten Drohnenabwehrmauer im Osten des Bündnisses. Diese Länder verfolgen eine deutlich prorussische Außenpolitik, was die Abstimmung gemeinsamer Strategien erschwert.
Russlands Vorgehen unterstreicht die wachsende Bedeutung koordinierter Sicherheitsstrategien in Europa, um hybride Bedrohungen effektiv zu begegnen.


