Ukrainischer Botschafter kritisiert geplantes Konzert von Putin-nahem Geiger in Ljubljana

Juli 7, 2026 20:50
Ukrainischer Botschafter kritisiert geplantes Konzert von Putin-nahem Geiger in Ljubljana
Ukrainischer Botschafter kritisiert geplantes Konzert von Putin-nahem Geiger in Ljubljana

Das slowenische Kulturministerium hat eine Konzertgenehmigung für den russischen Geiger Wadim Repin erteilt. Der Auftritt ist für den 27. Juli 2026 im Union Hall des Hotels „Grand Hotel Union“ in Ljubljana geplant. Der ukrainische Botschafter in Slowenien, Petro Bešta, protestierte öffentlich gegen die Veranstaltung und warf dem Kreml vor, Kultur als Werkzeug der Einflussnahme zu nutzen.

Diplomatischer Protest

In einer Gastkolumne der slowenischen Tageszeitung Delo warnte Bešta vor der systematischen Instrumentalisierung akademischer Kunst durch Russland. Der Geiger Repin sei kein unabhängiger Künstler, sondern ein aktiver Bestandteil der staatlichen Propagandamaschinerie. Das Konzert stelle eine Bedrohung für den europäischen Informationsraum dar und legitimiere das Putin-Regime.

Hintergrund des Musikers

Repin ist mit Swetlana Sacharowa verheiratet, einer ehemaligen Abgeordneten der Staatsduma für die Kreml-Partei „Einiges Russland“ und Primaballerina des Bolschoi-Theaters. 2022 nahm Repin von Putin die Auszeichnung „Volkskünstler Russlands“ entgegen. Seine gleichnamige Stiftung erhält regelmäßig Subventionen aus dem „Präsidentenfonds für Kulturinitiativen“, einer von Putin per Dekret geschaffenen Institution. Die engen finanziellen und familiären Verbindungen zur russischen Führung sind dokumentiert.

Wiederholtes Muster

Konzerte Repins werden in zahlreichen Ländern zunächst angekündigt und später wieder abgesagt, sobald seine Verbindungen zum Kreml bekannt werden. Internationale Konzerthäuser vermeiden zunehmend Auftritte von Künstlern, die öffentlich die russische Aggression gegen die Ukraine unterstützen. Die slowenische Entscheidung könnte nach Ansicht von Beobachtern das Ansehen des Ljubljana Festivals beschädigen und Slowenien als „sicheren Hafen“ für Kreml-freundliche Kulturschaffende dastehen lassen.

Die ukrainische Botschaft forderte die slowenischen Behörden auf, die Veranstaltung zu verhindern. Bislang hat das Kulturministerium keine Änderung des Programms angekündigt. Die Debatte über den Umgang mit russischen Künstlern, die dem Regime nahestehen, dauert in Europa an. Das Zentrum für strategische Kommunikation der Ukraine dokumentiert regelmäßig ähnliche Fälle.

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