Wer in Österreich mit einem Wildtier zusammenstößt, soll nach dem Unfall vor allem Ruhe bewahren, die Unfallstelle sichern und die Polizei verständigen. Das rät ein am 26. Oktober 2026 veröffentlichter Beitrag, der den Umgang mit sogenannten Wildunfällen zusammenfasst.
Ein solcher Zusammenstoß lasse sich trotz Vorsicht nicht immer verhindern, heißt es darin. Wichtig sei, kontrolliert zu reagieren und das Unfallgeschehen so abzusichern, dass keine weiteren Gefahren entstehen.
Für Österreich nennt der Beitrag für 2025 insgesamt 283 Wildunfälle mit 322 Verletzten. Eine KFV-Auswertung aus dem Jahr 2024 kommt demnach auf rund 47 Prozent der Wildunfälle mit Personenschaden in der Dunkelheit und 10 Prozent in der Dämmerung.
Vor einer Kollision empfehlen die Ratschläge, das Lenkrad fest zu halten, in der Spur zu bleiben und bei einem unmittelbar bevorstehenden Zusammenstoß rasch zu bremsen. Außerdem soll das Fernlicht ausgeschaltet und nach Möglichkeit mehrmals gehupt werden.
Von unkontrollierten Ausweichmanövern wird ausdrücklich abgeraten. Wer ausweicht, riskiere Zusammenstöße mit dem Gegenverkehr oder mit Bäumen; ein Auslenken solle nur dann erfolgen, wenn es ohne Gefährdung anderer möglich ist.
Nach einem Wildunfall soll das Fahrzeug möglichst weit abseits der Fahrbahn abgestellt, die Warnblinkanlage eingeschaltet und eine Warnweste angelegt werden. Dazu kommen Warndreieck, Erste Hilfe und die Alarmierung der Rettungskette; außerdem soll die Polizei auch dann gerufen werden, wenn das Tier geflüchtet ist oder kein Schaden sichtbar ist.
Bundespolizeidirektor Michael Takacs sagt dazu:
„Melden Sie Wildunfälle in jedem Fall der Polizei – nämlich auch dann, wenn keine Personen verletzt wurden und das angefahrene Wild flüchtig ist. Wenn Sie im Fall des Falles Polizei und Rettung verständigen, ist viel geholfen und Sie haben möglicherweise auch Leben gerettet.“
Wer nach einem Wildunfall weiterfährt, ohne seinen Pflichten nachzukommen, riskiert laut Beitrag eine Anzeige und kann zudem Probleme mit der Versicherungsabwicklung bekommen. Das verletzte Tier solle nicht berührt oder bewegt werden.
Als Hintergrund verweist der Beitrag auf den Herbst: Niederösterreichs Landesjägermeister Christoph Metzker sagt, Tiere wechselten dann von den Sommer- in die Winterlebensräume und verließen auf der Suche nach Nahrung häufiger ihre Deckung. Durch die Zeitumstellung vom 25. Oktober falle der Abendverkehr zudem stärker in die Dämmerung, nasses Laub verlängere den Bremsweg.


