32 Prozent der Schüler und Jugendlichen in Österreich beziehen Nachhilfe

August 21, 2026 05:53
32 Prozent der Schüler und Jugendlichen in Österreich beziehen Nachhilfe

Hoher Bedarf an Nachhilfe in Österreich

338.000 Kinder und Jugendliche in Österreich, das entspricht 32 Prozent aller Schülerinnen und Schüler, erhalten Nachhilfe. Dies stellte die Arbeiterkammer (AK) in ihrem am Dienstag veröffentlichten Nachhilfebarometer 2026 fest.

Familien geben im Schnitt 720 Euro pro Kind und Jahr für Nachhilfe aus. Das ergibt insgesamt 144 Millionen Euro für bezahlte Nachhilfe. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der nachhilfebedürftigen Schüler von 31 auf 32 Prozent.

Der AK-Nachhilfebarometer 2026 basiert auf einer repräsentativen Umfrage des Instituts IFES, bei der von März bis Mai 2026 3.208 Eltern mit 4.728 Schulkindern befragt wurden. Unter den Volksschulkindern bedürfen 23 Prozent der Nachhilfe. AK-Wien-Bereichsleiterin Bildung, Ilkim Erdost, betonte, dass Nachhilfe in Österreich zur Normalität geworden sei und bereits in der Volksschule beginne.

Etwa 76 Prozent der Kinder lernen fast täglich mit ihren Eltern, und 68 Prozent der Eltern unterstützen ihre Kinder mehrmals pro Woche. Die Studie zeigt, dass 28 Prozent der Nachhilfefälle auf Defizite im Unterricht zurückzuführen sind. Dies führt zu einer jährlichen Umverteilung von rund 40 Millionen Euro in individuelle Fördermaßnahmen, die an Schulen stattfinden sollten.

52 Prozent der Schülerinnen und Schüler erhalten Nachhilfe, um ihre Noten zu verbessern. Zwei Drittel der Nachhilfe bei 28 Prozent der Schüler werden aus Angst vor Nachprüfungen oder negativen Zeugnissen in Anspruch genommen. Die Ausgaben für Nachhilfe sanken jedoch von 800 auf 720 Euro, da diese seltener das gesamte Schuljahr über regelmäßig besucht wird.

Einordnung

Die steigenden Kosten für Nachhilfe belasten Familien zunehmend. Der Bedarf an zusätzlicher Bildungsunterstützung zeigt, dass das Schulsystem Veränderungen benötigt, um allen Kindern eine gleiche Bildungschance zu ermöglichen. Insbesondere armutsgefährdete Kinder sind auf staatliche Unterstützung angewiesen, um Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu haben.

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