Nach einem weiteren Erfolg der AfD bei einer Landtagswahl hat der Parteivorsitzende Tino Chrupalla Bundeskanzler Friedrich Merz zu einer Reise nach Moskau und direkten Gesprächen mit der russischen Führung aufgefordert. Chrupalla verlangte eine stärkere diplomatische Kontaktaufnahme mit Russland und warb für eine „Friedenspolitik“. Über den Vorstoß wurde am 21. September 2026 berichtet.
Der AfD-Co-Vorsitzende begründete seine Forderung mit der Notwendigkeit, direkte Gesprächskanäle zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und zur russischen Führung wieder aufzunehmen. Konkrete Einzelheiten zu einem möglichen Verhandlungsformat oder zu Bedingungen für solche Gespräche wurden in dem Bericht nicht genannt. Die Forderung richtet sich unmittelbar an den deutschen Bundeskanzler und betrifft damit die außen- und sicherheitspolitische Linie der Bundesregierung.
Forderung nach einem Kurswechsel
Chrupallas Vorstoß fällt in eine Phase, in der die AfD ihre Wahlergebnisse politisch nutzt, um Druck auf die Bundesregierung auszuüben. Die Partei drängt darauf, die deutsche Russlandpolitik neu auszurichten und die bisherige Unterstützung für die Ukraine zu überprüfen. Der Vorschlag einer Reise des Kanzlers nach Moskau steht dabei im Mittelpunkt der jüngsten öffentlichen Forderungen.
Der Vorstoß Chrupallas für direkte Gespräche in Moskau verbindet die AfD mit dem Ruf nach einer Rückkehr zu intensiveren politischen Kontakten mit Russland. Die Partei stellt diese Linie als Beitrag zu einer „Politik des Friedens“ dar. Der Begriff wurde von Chrupalla im Zusammenhang mit seiner Forderung nach einer Aktivierung diplomatischer Kontakte verwendet.
Eine solche politische Ausrichtung würde der gegenwärtigen europäischen Sanktionspolitik gegenüber Russland entgegenstehen. Die Europäische Union hält an wirtschaftlichen und politischen Maßnahmen gegen Russland fest. Diese stehen im Zusammenhang mit dem fortdauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Forderung nach direkten Vereinbarungen mit der russischen Führung berührt daher nicht nur die bilateralen Beziehungen zwischen Berlin und Moskau, sondern auch die gemeinsame europäische Linie.
Energiepolitische Forderungen der AfD
Vertreter der AfD treten zugleich weiterhin für eine Wiederaufnahme der wirtschaftlichen und energiepolitischen Zusammenarbeit mit Russland ein. Dazu gehört insbesondere die Forderung, wieder russisches Gas nach Deutschland zu liefern. Die Partei verbindet ihre Position zu den politischen Gesprächen mit der Forderung nach einer Rückkehr zu früheren wirtschaftlichen und energetischen Beziehungen.
Damit stellt die AfD die deutsche Russlandpolitik in mehreren Bereichen infrage. Neben den Sanktionen geht es um die politische Isolierung der russischen Führung und um die Frage, ob Deutschland erneut russische Energieträger beziehen sollte. Im vorliegenden Bericht wird kein Beschluss der Bundesregierung genannt, der auf eine Änderung dieses Kurses hindeutet.
Chrupallas Appell erfolgte nach einem weiteren Wahlerfolg der AfD auf Landesebene. Angaben zum konkreten Wahlergebnis oder zum betroffenen Bundesland wurden in den vorliegenden Informationen nicht gemacht. Fest steht lediglich, dass die Partei das Ergebnis zum Anlass nahm, ihre außenpolitischen Forderungen mit größerem Nachdruck an den Bundeskanzler zu richten.
Die AfD fordert damit eine Abkehr von der bisherigen deutschen und europäischen Haltung gegenüber Russland. Dazu zählen aus Sicht der Partei mehr direkte Diplomatie, eine Neubewertung der Unterstützung für die Ukraine sowie die Wiederaufnahme wirtschaftlicher und energiepolitischer Beziehungen. Die Forderungen stehen im Raum, während Russland seinen Angriff auf die Ukraine fortsetzt und keine Bereitschaft zu einer Deeskalation oder zu einem Friedensschluss erkennen lässt.
Eine Reaktion von Friedrich Merz auf die Forderung nach einer Reise nach Moskau wird in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Die AfD setzt ihre Kampagne für direkte Gespräche mit Russland und für russische Gaslieferungen nach Deutschland damit zunächst öffentlich fort.


