Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Schwindler im Fall Grasser
In Wien läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen einen ehemaligen IT-Forensiker, der schwerwiegende Vorwürfe gegen die BUWOG-Richterin Marion Hohenecker erhoben hat. Der Vorfall ereignete sich nach der Bestätigung der Verurteilung des Ex-Finanzministers Karl-Heinz Grasser im März 2025 durch den Obersten Gerichtshof.
Der Beschuldigte hatte behauptet, Beweise für die Befangenheit der Richterin zu besitzen und bot an, entsprechende, zuvor gelöschte E-Mails wiederherzustellen. Dazu forderte er 4.500 Euro für technisches Equipment. Die Anwälte Grassers hielten die Behauptungen zunächst für glaubwürdig und erhofften sich eine Wiederaufnahme des Verfahrens.
Die Staatsanwaltschaft stellte jedoch fest, dass die Vorwürfe des Mannes haltlos sind. Seine angeblichen Beweise stellten sich als Fälschungen heraus. Am 19. Mai 2026 wurde der 60-Jährige festgenommen und gestand in mehreren Vernehmungen, dass er von Grassers Anwalt, Norbert Wess, regelmäßig Bargeld erhalten hatte. Insgesamt sollen rund 22.500 Euro geflossen sein.
Die Hinweise, die in die Anzeige gegen Hohenecker mündeten, wurden als verleumderisch eingestuft. Der Fall zeigt die Gefahren von falschen Anschuldigungen innerhalb des Justizsystems und die damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen für die Beteiligten.
Einordnung
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien haben gezeigt, dass die Anschuldigungen gegen Hohenecker unbegründet sind. Dies unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Prüfung von Beweisen innerhalb legaler Verfahren und schützt die Integrität der Justiz.


