Andreas Babler zieht sich als SPÖ-Chef teilweise zurück, bleibt aber vorerst Vizekanzler. Die Parteiführung soll zunächst an Klubobmann Philip Kucher und Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner übergeben werden; die endgültige Nachfolge soll erst bei einem Parteitag im Frühjahr 2027 entschieden werden.
Babler sagte, er werde bis zumindest Jahresende Vizekanzler bleiben. Danach soll er die Funktion an Finanzminister Markus Marterbauer übergeben, der sich laut vorliegenden Angaben derzeit noch der Heilung seiner Krebserkrankung widmet.
Die Übergangslösung in der Parteispitze soll Kucher und Holzleitner einbinden. Babler stellte zugleich klar, dass sein Schritt freiwillig sei und der Geschlossenheit der Partei dienen solle.
Zur Begründung sagte Babler: „Ich habe mir bei der Übernahme des Parteivorsitzes geschworen anders zu sein – nicht persönliches Interesse in den Vordergrund sondern das Wohl der Bewegung vor alles andere zu stellen“.
Er informierte die Koalitionspartner ÖVP und NEOS bereits über den von ihm als „geordneten Prozess“ beschriebenen Ablauf. Bundeskanzler Christian Stocker mahnte, parteiinterne Diskussionen dürften die Regierungsarbeit nicht beeinträchtigen. Babler sagte außerdem, er werde auch als Minister bleiben, wenn dies Marterbauer wünsche.
Die SPÖ führt ihre Debatte über die künftige Spitze seit Monaten. An der Aussprache von Landes- und Bundespartei nahmen laut den vorliegenden Angaben alle neun Landesvorsitzenden teil; sie dauerte rund vier Stunden. Babler sprach von einer „gemeinsame Lösung zu finden“ und davon, dass „selbstverständlich alle Landesparteivorsitzenden wieder Teil der Gremien sein werden“.


