Das Bewusstsein für Krisen und Katastrophen wie Waldbrände, Überschwemmungen und Pandemien ist in Österreich erheblich gestiegen. Eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts Integral zeigt jedoch, dass die Bereitschaft zur praktischen Vorbereitung auf solche Situationen unzureichend bleibt. Befragt wurden im Juni 1.000 Personen, die ein deutlich erhöhtes Bewusstsein für potenzielle Krisen signalisierten.
„Das Krisenbewusstsein ist in den letzten Jahren spürbar gewachsen“, erklärt Bertram Barth, Vorstand von Integral. Besonders der Katastrophensommer 2024 hat viele Menschen zum Nachdenken angeregt, doch die Bereitschaft, sich aktiv mit den Konsequenzen auseinanderzusetzen, ist gering.
Voraussichtliche Katastrophen und Vorbereitung
Die Befragten sehen Hochwasser als das wahrscheinlichste Szenario (60 Prozent), gefolgt von Waldbränden und Dürren (je 52 Prozent). Nur 28 Prozent rechnen mit einem Krieg in der eigenen Region, während Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche als eher unwahrscheinlich gelten. Insgesamt halten fast 90 Prozent der Befragten mindestens eines der abgefragten Szenarien für denkbar.
Trotz dieses Bewusstseins ist die Notfallvorsorge in der Bevölkerung eher schwach ausgeprägt. Lediglich 9 Prozent der Befragten fühlen sich sehr gut vorbereitet, während 44 Prozent sagen, sie seien eher gut vorbereitet. Ältere Menschen zeigen sich tendenziell besser auf solche Ereignisse vorbereitet als jüngere. Am häufigsten haben die Österreicher Taschenlampen, Lebensmittelvorräte und Medikamente angelegt.
Wachstum der Notfall-Infrastruktur
Barth fordert eine intensivere Aufklärung und den Ausbau der Notfall-Infrastruktur. Dies sei Voraussetzung für eine umfassende Krisenvorsorge, die sowohl staatliche Stellen als auch Unternehmen einbeziehen müsste. Das im vergangenen Jahr verabschiedete Bundes-Krisensicherheitsgesetz zielt darauf ab, diese Ziele zu fördern.


