Finnland als Vorreiter in Medienkompetenz und Bekämpfung von Desinformation
Finnland gilt als führendes Land im Bereich Medienkompetenz und der Bekämpfung von Desinformation, wie Experten betonen.
Kari Kivinen, Gründer des Faktencheckdienstes Faktabaari, hebt hervor, dass das finnische Bildungssystem schon vor dem Ukraine-Konflikt Medienkompetenz aktiv förderte. Im Kindergarten lernten Kinder, wie künstliche Intelligenz Märchen erstellen kann und wie Medieninhalte produziert werden. Der Umgang mit Medien wird frühzeitig vermittelt, um die Anfälligkeit für Falschinformationen zu reduzieren.
Finnland weist laut dem „Reuters Institute“ und der Universität Oxford das höchste Vertrauen in Medien in Europa auf, mit 69 Prozent der Befragten, die angeben, den Medien zu vertrauen. Das Vertrauen in Behörden ist ebenfalls hoch, und Finnland belegt im Index des „Open Society Instituts Sofia“ den ersten Platz in Medienkompetenz, während Österreich Rang elf einnimmt.
Die Sicherheitslage in Finnland wird durch die geografische Nähe zu Russland und historische Erfahrungen, wie den Winterkrieg von 1939, beeinflusst. Außenministerin Elina Valtonen betonte, dass die Bedrohung durch Russland zunehme und die Gesellschaft sich der Herausforderungen bewusst sei. Auch die recenten Drohnenvorfälle in Europa hätten zu einem erhöhten Sicherheitsbewusstsein in Finnland geführt.
Das „Europäische Kompetenzzentrum für die Bekämpfung Hybrider Bedrohungen“ in Helsinki analysiert kontinuierlich hybride Bedrohungen. Es wurde 2017 gegründet und hat mittlerweile 35 Mitgliedsstaaten. Österreich trat 2018 bei. Das Zentrum zielt darauf ab, Wissen über hybride Bedrohungen auszubauen und den Austausch sowie Schulungen zu fördern.
Einordnung
Die finnländische Initiative zur Förderung von Medienkompetenz und der Schutz vor Desinformation stehen im Fokus aufgrund zunehmender hybrider Bedrohungen, insbesondere durch Russland. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Integrität der demokratischen Strukturen Finnlands zu wahren und das Vertrauen der Bürger in die Medien aufrechtzuerhalten.


