Israel begrüßt Kickls Ansprache zur Vergangenheit Österreichs
Der israelische Außenminister Gideon Saar hat die Rede des FPÖ-Chefs Herbert Kickl am Mittwoch in Straßburg als „bedeutend“ bezeichnet. Saar hob die Anerkennung Kickls für das dunkle Kapitel in der Geschichte Österreichs und die damit verbundene Verantwortung sowie seine Entschuldigung gegenüber den jüdischen Bürgern hervor.
Kickl sprach im Rahmen einer Konferenz, an der auch Vertreter der Likud-Partei aus Israel teilnahmen. Er betonte die Bedeutung der Beziehungen zur Likud-Partei und erklärte, dass die Freiheitliche Partei Verantwortung für die Bekämpfung des Antisemitismus übernehmen wolle. Zudem kündigte er an, im Falle einer Regierungsübernahme die österreichische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.
In seiner Rede stellte Kickl klar, dass das Andenken an die Opfer des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten dürfe. Er äußerte Bedauern über die erlittenen Leiden der jüdischen Bürger und erkannte die Arbeitsdefinition von Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) an. Des Weiteren verurteilte er den Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Saar schätzte Kickls klare Verurteilung des Hamas-Massakers sowie sein Engagement für den Schutz jüdischen Lebens in Österreich. Der israelische Minister für Diaspora sah hierin einen historischen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen der FPÖ und Israel.
Die Israelitische Kultusgemeinde Wien äußerte jedoch Skepsis und betonte, dass Glaubwürdigkeit durch Taten in Wien und nicht durch Redeaktionen in Straßburg gemessen werden müsse. Der ÖVP-Delegationsleiter im Europäischen Parlament kritisierte zudem Äußerungen eines FPÖ-Vertreters gegenüber der jüdischen Gemeinschaft in Wien.
Einordnung
Die Äußerungen Kickls stellen eine bewusste Annäherung an Israel und die jüdische Gemeinschaft dar. Diese Entwicklung könnte langfristige Auswirkungen auf die politischen Beziehungen zwischen Österreich und Israel haben, insbesondere im Hinblick auf die FPÖ und deren Image in der Gesellschaft.


