Netanyahu unter Druck wegen Warnung vor Hamas-Angriff
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu sieht sich aufgrund eines Berichts unter Druck, wonach er vor dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 von den Vereinigten Arabischen Emiraten gewarnt wurde.
Die Zeitung Haaretz veröffentlichte Auszüge aus einem unveröffentlichten Buch ihrer Reporter, in dem behauptet wird, dass der Staatschef der Emirate, Mohamed bin Zayed Al-Nahyan, Netanyahu eineinhalb Wochen vor dem Angriff warnte. Die israelische Regierung dementierte die Vorwürfe und bezeichnete den Bericht als „absolute Lüge“.
Israels Opposition kritisierte Netanyahu scharf. Gadi Eisenkot, ehemaliger Generalstabschef und Rivale von Netanyahu, erklärte, dass dieser zahlreiche Warnungen ignoriert habe. Der frühere Ministerpräsident Naftali Bennett beschuldigte Netanyahu, „persönliche und direkte Verantwortung“ für die Todesopfer des Angriffs zu tragen und forderte seinen Rücktritt.
Die Haaretz berichtete weiter, dass der mittlerweile getötete Hamas-Chef Yahya Al-Sinwar einen ehemaligen palästinensischen Regierungsvertreter über einen bevorstehenden Angriff informierte. Dieser Nachricht soll dann an den Emiratis übermittelt worden sein, die Netanyahu informierten. Netanyahu soll jedoch laut Berichten ruhig auf die Warnung reagiert haben.
Der Angriff am 7. Oktober 2023 kostete über 1.200 Menschen das Leben und führte zur Geiselnahme von 251 Personen, von denen 44 bereits tot sind. Israel reagierte mit Luftangriffen auf den Gazastreifen, die insgesamt mehr als 73.000 Todesopfer forderten, laut nicht überprüfbaren Angaben der Hamas.
Einordnung
Die Vorwürfe belasten Netanyahus politische Position vor den anstehenden Parlamentswahlen. Die öffentliche und politische Debatte über die Verantwortung für die Sicherheitslage in Israel könnte die Unterstützung für Netanyahu und seine Partei negativ beeinflussen.


