Neuer Generaldirektor des ORF in Sicht
Der ORF bereitet sich auf die Wahl eines neuen Generaldirektors vor, nachdem Roland Weißmann zurückgetreten ist. Die Bewerbungsfrist endete am vergangenen Donnerstag, und 77 Personen haben ihr Interesse an der Leitung des größten Medienunternehmens Österreichs bekundet.
Der Stiftungsrat wird nun über die Auswahl der Bewerber entscheiden, die ihre Konzepte in öffentlichen Hearings präsentieren dürfen. Die Wahl ist für den 11. Juni angesetzt. Ingrid Thurnher, die im März als Interimsgeschäftsführerin eingesetzt wurde, hat sich nicht beworben, um mehr Freiraum für Reformen zu haben.
Die politischen Einflüsse auf die ORF-Wahlen sind weiterhin stark. Kritiker, darunter die Grünen, bemängeln den übermäßigen Einfluss der Regierungsparteien auf die Entscheidung des Stiftungsrates. Die ÖVP steht dabei in der Kritik, weil ihr Generalsekretär aktiv zur Bewerbung von Kandidaten aufgerufen hat.
Einordnung
Die anstehenden Veränderungen im ORF könnten zu einem bedeutenden Kulturwandel führen, der die Unabhängigkeit des Senders stärken soll. Angesichts der gesellschaftlichen Erwartung nach Reformen bleibt abzuwarten, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.


