Parlamentswahl in Armenien amid steigenden Spannungen
Am kommenden Sonntag hält Armenien eine Parlamentswahl ab, während die Spannungen mit Russland zunehmen. Rund 2,5 Millionen Wähler sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Der in der Bevölkerung beliebte Premierminister Nikol Paschinjan führt in Umfragen und strebt eine weitere fünfjährige Amtszeit an.
Die Wahl findet vor dem Hintergrund eines angespannten Verhältnisses zwischen Armenien und Aserbaidschan statt. Die geopolitischen Beziehungen zur Türkei und die Orientierung Armeniens im Konflikt zwischen Russland und dem Westen stehen im Mittelpunkt der Debatte. Jerewan hat in diesem Jahr eine erhebliche Niederlage im Streit um die Region Berg-Karabach erlitten, was zu einer massiven Flucht mehr als 100.000 ethnischer Armenier ins Kernland führte. Die Opposition wirft Paschinjan Verrat an nationalen Interessen vor.
Ein weiteres zentrales Thema ist die von Paschinjan angestrebte Annäherung an die EU bis 2025, die Armenien in Konflikt mit Russland bringt. Die russische Regierung drohte mit Konsequenzen und reichte bereits Maßnahmen wie ein Einfuhrverbot für armenische Lebensmittel ein. Paschinjan erhält jedoch Unterstützung aus den USA, darunter einen bilateralen Kooperationsvertrag, der kürzlich in Jerewan unterzeichnet wurde.
Einordnung
Die Wahl könnte die enge Beziehung zu Russland weiter belasten und die politische Landschaft in Armenien verändern. Die Entwicklungen haben das Potenzial, die außenpolitische Ausrichtung des Landes nachhaltig zu beeinflussen und könnten Auswirkungen auf die Stabilität in der gesamten Region haben.


