Russischer Angriff auf Kiew fordert zahlreiche Opfer
Nach einem verheerenden russischen Luftangriff auf Kiew sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Minderjährige. Dies teilte der ukrainische Zivilschutz am Donnerstag mit.
Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte in seiner abendlichen Videobotschaft schärfere Sanktionen gegen Russland. Ein Marschflugkörper des Typs Ch-101, hergestellt im zweiten Quartal dieses Jahres, traf ein Gebäude in Kiew. Selenskyj wies darauf hin, dass Russland weiterhin Komponenten für solche Angriffe beziehe und somit die weltweiten Sanktionen umgehe.
Zusätzlich wurden mehr als 50 Verletzte gemeldet. Am Tag zuvor setzte Russland über 800 Drohnen ein, was einen der schwersten Angriffe auf die Ukraine seit Kriegsbeginn darstellt. Diese Angriffe erfolgten nach einer dreitägigen Waffenruhe, die rund um den Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa geltend gemacht wurde.
Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich kritisch zu den Angriffe und wies einen Vermittlungsvorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin zurück, der den ehemaligen deutschen Kanzler Gerhard Schröder als Vermittler ins Gespräch gebracht hatte. Merz betonte, dass Europa selbst entscheiden dürfe, wer für den Kontinent spreche.
Die Angriffe erreichten auch den äußersten Westen der Ukraine, wo die ungarische Außenministerin Anita Orban die russischen Drohnenangriffe verurteilte und den russischen Botschafter in Budapest einbestellte. Der slovakische Außenminister Juraj Blanár kritisierte ebenfalls die Angriffe in der Region Transkarpatien, bedingt durch die dort lebende slowakische Minderheit.
Einordnung
Der erneute Angriff verdeutlicht die anhaltende Eskalation des Konflikts und zeigt, dass Russland trotz internationaler Berichte über die Auswirkungen von Sanktionen in der Lage ist, militärisch aktiv zu bleiben. Die Lage könnte zu verstärktem Druck auf die westlichen Staaten führen, ihre Unterstützung für die Ukraine weiter zu intensivieren.


