Schumann fordert gesetzliches Recht auf Erhöhung der Arbeitsstunden in Österreich

Juli 29, 2025 05:35
Schumann fordert gesetzliches Recht auf Erhöhung der Arbeitsstunden in Österreich

Debatte über „Recht auf Mehrstunden“ in Österreich

Die österreichische Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) hat die Diskussion um ein mögliches „Recht auf Mehrstunden“ angestoßen, um der hohen Teilzeitquote im Land entgegenzuwirken. Diese Debatte wurde durch Äußerungen von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) angeregt, der kein Verständnis für Teilzeitarbeit ohne besondere Betreuungspflichten oder gesundheitliche Einschränkungen zeigt und eine geringere Attraktivität von Teilzeitarbeit fordert.

In einem Interview mit Ö1 betonte Schumann, dass Teilzeitarbeit ganzheitlich betrachtet werden müsse. Sie verwies auf die Pflegebranche, in der viele Beschäftigte aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht in der Lage sind, Vollzeit zu arbeiten. Besonders Frauen sind häufig in Teilzeitarbeit beschäftigt, dennoch gibt es viele, die gerne mehr Stunden oder gar eine Vollzeitstelle hätten.

Um diese Situation zu verbessern, schlägt Schumann einen gesetzlichen Automatismus vor, der es Beschäftigten ermöglichen würde, ihre Arbeitsstunden nach einem bestimmten Zeitraum – zum Beispiel drei Monate – zu erhöhen. Mitarbeiter, die über einen festgelegten Zeitraum hinweg mehr Stunden leisten, sollten das Recht auf eine Aufstockung ihrer Arbeitszeit erhalten. Diese Maßnahme ist jedoch derzeit nicht im Regierungsprogramm verankert.

Die Diskussion über Teilzeitarbeit und die Bedingungen für eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten hat in Österreich an Bedeutung gewonnen, während die Regierung nach Wegen sucht, um die Arbeitsmarktsituation zu verbessern und den Bedürfnissen der Arbeitnehmer gerecht zu werden. Vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Arbeitsmarktes könnte eine solche Regelung sowohl den Beschäftigten als auch den Arbeitgebern zugutekommen und zu einer faireren Verteilung von Arbeitsstunden führen.

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