EU unterstützt Neubau eines Bildungscampus für Mikroelektronik und Mechatronik in Dresden

Juli 29, 2025 05:31
EU unterstützt Neubau eines Bildungscampus für Mikroelektronik und Mechatronik in Dresden

Rund 100 Millionen Euro aus EU-Mitteln ermöglichen den Neubau eines Bildungscampus in Dresden bis 2029.

Geplant ist der Neubau des Beruflichen Schulzentrums für Elektrotechnik sowie einer Vierfeld-Sporthalle, wofür insgesamt 136 Millionen Euro budgetiert sind. Aktuell befindet sich das Berufliche Schulzentrum (BSZ) für Elektrotechnik in der Altstadt am Strehlener Platz.

Das Projekt im Stadtteil Prohlis wurde von der Stadtverwaltung als essentiell für die duale Ausbildung von Fachkräften für die Industrie, besonders in den Bereichen Mikroelektronik und Mechatronik, hervorgehoben. Zudem soll der Bildungscampus zur Aufwertung des Stadtteils beitragen, der bekannt ist für die dort zwischen 1976 und 1980 errichteten Plattenbauten.

„Das Exzellenz-BSZ in Prohlis ist ein Schlüssel für die wirtschaftliche Entwicklung und für den Bildungsstandort Dresden“, erklärte Dresdens Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU) im Mai. „Wir wollen eine exzellente Ausbildungsstätte schaffen, die den Fachkräftenachwuchs sichert und bundesweit Maßstäbe für die duale Berufsausbildung setzen wird.“

EU-Förderung für Bildung in Sachsen

Die Förderzusage der Europäischen Union liegt nun vor. Sofern der Neubau bis Ende 2028 fertiggestellt wird, kann Dresden mit etwa 100 Millionen Euro aus dem STEP-Budget (Strategic Technologies for Europe Platform) rechnen. Dieses, Ende 2023 beschlossene, Förderprogramm zielt darauf ab, das Wachstum wichtiger Wertschöpfungsketten in der digitalen Wirtschaft, im Klimaschutz sowie in der Biotechnologie zu fördern. Insgesamt sollen durch Subventionen bis zu 160 Milliarden Euro aus der Wirtschaft für neue Investitionen mobilisiert werden.

„Sachsen wird zum Ausbildungsherz der Halbleiterindustrie,“ äußerte Kultusminister Conrad Clemens (CDU). „Hochtechnologie beginnt nicht im Labor, sondern im Klassenzimmer. Dieser 100-Millionen-Meilenstein der EU katapultiert unsere Fachkräfteausbildung in Richtung Zukunft – eine Riesenchance für junge Menschen in Sachsen.“ Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) beabsichtigt, auch Auszubildende aus ganz Deutschland sowie Ländern der Nachbarschaft nach Sachsen zu locken.

Entwicklung des Beruflichen Schulzentrums für Elektrotechnik

Das Berufliche Schulzentrum für Elektrotechnik Dresden wurde 1990 aus vier Betriebsberufsschulen etabliert. Zwei Jahre später entstand das BSZ, das um 1994 am Strehlener Platz über einen Gebäudekomplex der ehemaligen Fachschule für Technik und Betriebswirtschaft errichtete. Dieser wurde saniert und zusammen mit einem weiteren Standort ab 1997 bezogen, wobei alle Schulteile an der Strehlener Allee angesiedelt wurden.

Das Gymnasium des Zentrums bietet duale Berufsausbildungen mit Abitur in den Bereichen IKT, Elektrotechnik und Maschinenbautechnik, während die Berufsschule sich auf verschiedene Elektronikberufe sowohl im Handwerk als auch in der Industrie fokussiert. Die Fachschule unterrichtet in Elektrotechnik, Informatik, Maschinentechnik und Mechatronik.

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