Stichwahl in Kolumbien: Bürger entscheiden über Nachfolge von Präsident Gustavo Petro
Am Sonntag steht in Kolumbien die Stichwahl zur Nachfolge von Präsident Gustavo Petro an. Rund 41 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, zwischen dem linken Senator Iván Cepeda vom Regierungsbündnis Pacto Histórico und dem rechtsgerichteten Anwalt Abelardo de la Espriella von der Bewegung Defensores de la Patria zu wählen.
Der Wahlkampf war von Gewalt geprägt. Vor der Abstimmung kam es zu mehreren Anschlägen, die sowohl Zivilisten als auch Sicherheitskräfte trafen. Dies wirft Fragen über die Sicherheitspolitik des ersten linken Präsidenten Kolumbiens auf. Während Petro und seine Unterstützer soziale Reformen und Friedensgespräche betonen, machen Kritiker die Regierung für die verschlechterte Sicherheitslage verantwortlich.
In der ersten Wahlrunde erzielte de la Espriella 43,7 Prozent der Stimmen, was seine Unterstützer überraschte. Er setzt sich für einen harten Kurs gegen Guerillas und organisierte Kriminalität sowie für wirtschaftsliberale Reformen ein. Cepeda erhielt 40,9 Prozent und plant, zentrale Projekte der Petro-Regierung fortzuführen.
Die Wahl wird auch in Washington aufmerksam verfolgt. US-Präsident Donald Trump hat de la Espriella mehrfach öffentlich unterstützt und dessen Wahlsieg als entscheidend für die bilateralen Beziehungen hervorgehoben. Die Wahllokale schließen am Sonntag um 16:00 Uhr Ortszeit (23:00 Uhr MESZ), erste Ergebnisse werden am gleichen Abend erwartet.
Einordnung
Die Wahl stellt einen wichtigen Wendepunkt für Kolumbien dar und könnte die Richtung der nationalen Politik entscheidend beeinflussen. Ein Sieg de la Espriellas könnte zu einer strikteren Sicherheitsstrategie führen, während Cepeda Versuche zur Fortsetzung von Reformen unter Petro symbolisiert. Diese Entscheidungen haben potenziell weitreichende Konsequenzen für die gesellschaftliche Stabilität und internationale Beziehungen Kolumbiens.


