US-Senatoren legen Gesetz für Sanktionen gegen Ungarn vor
Eine parteiübergreifende Gruppe von US-Senatoren hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der Sanktionen gegen Ungarn vorsieht. Der sogenannte Block Putin Act verpflichtet den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, finanzielle Beschränkungen und Visaverbote gegen ungarische Regierungsvertreter zu verhängen. Grund sind deren Behinderung von Hilfsleistungen für die Ukraine sowie die Zusammenarbeit mit Russland.
Die Initiative kommt von der demokratischen Senatorin Jeanne Shaheen und ihrem republikanischen Kollegen Thom Tillis. Beide betonten die Dringlichkeit einer einheitlichen Unterstützung für die Ukraine. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die US-Regierung selbst entscheidet, welche ungarischen Beamten konkret von den Maßnahmen betroffen sein werden.
Hintergrund: Verzögerung von EU-Hilfen
Die legislative Initiative steht im Zusammenhang mit der wiederholten Blockade von EU-Hilfspaketen durch den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Besonders kritisch wird die Verzögerung eines 90-Milliarden-Euro-Kredits der Europäischen Union gesehen, der dringend für die ukrainische Verteidigung benötigt wird.
Die Sanktionen zielen auf jene ungarischen Amtsträger ab, die für den Kauf russischen Öls und Gases verantwortlich sind oder aktiv ukrainische Hilfslieferungen behindern. Dabei handelt es sich um ein kombiniertes System aus finanziellen Restriktionen und Einreisebeschränkungen in die Vereinigten Staaten.
Kritik an europäischer Energiesicherheit
In ihrer Begründung kritisieren die US-Senatoren die anhaltende Abhängigkeit europäischer Staaten von russischen Energielieferungen. Sie fordern eine geschlossene Haltung des Westens gegenüber Moskau und betonen die strategische Bedeutung ununterbrochener Unterstützung für Kiew.
Senatorin Shaheen äußerte sich zudem besorgt über einen möglichen Besuch des US-Vizepräsidenten J.D. Vance in Ungarn. Ein solcher Termin könnte als Unterstützung für Orbán vor den ungarischen Wahlen am 12. April gewertet werden und die diplomatischen Spannungen weiter verschärfen.
Folgen für die transatlantischen Beziehungen
Der Gesetzentwurf spiegelt wachsende Frustration in Washington über die ungarische Haltung wider. Sollte das Parlament den Block Putin Act verabschieden, würde dies die Beziehungen zwischen den USA und einem NATO-Partnerland erheblich belasten. Die Entscheidung über die Umsetzung der Sanktionen läge dann direkt beim Weißen Haus.
Die Entwicklung zeigt, wie sehr die ukrainische Verteidigung mittlerweile zum Lackmustest für die Geschlossenheit des westlichen Bündnisses geworden ist. Ungarns Position wird in amerikanischen Regierungskreisen zunehmend als destabilisierender Faktor innerhalb der Europäischen Union wahrgenommen.


