Der Elch Emil sorgt weiterhin für Aufsehen in Niederösterreich. Seine Wanderung führt ihn entlang der Donau, während Fragen zu den Gründen seines langen Weges aufkommen. Darüber berichtet Welt Stimme.
BEZIRK TULLN/NÖ. Emil, der Elch, wurde am Mittwoch, den 27. August, mehrfach im Bezirk Tulln gesichtet. Das Tier wanderte in Richtung Wolfpassing und durchquerte die Ortschaften Königstetten und Judenau (Angaben ohne Gewähr). Letztmals wurde Emil am Donnerstagmorgen, den 28. August, im Tullnerfeld gesichtet. Ein Video aus einer Facebook-Gruppe zeigt jedoch, dass der Bulle leicht hinkt, was Besorgnis unter den Nutzern auslöste, da die Ursache dieses Problems unklar bleibt.
Emils Gewohnheiten
Warum ist Emil in Niederösterreich unterwegs? Ein Sprecher des NÖ Jagdverbands erklärt, dass es im Süden der Tschechischen Republik eine kleine, aber gesunde Elchpopulation gibt, zu der auch Tiere aus Polen, wie Emil, hinzustoßen. Elche sind von Natur aus Einzelgänger, und insbesondere junge Männchen verlassen ihre gewohnten Gebiete auf der Suche nach neuen Lebensräumen. Das bis zu 700 kg schwere Wildtier benötigt zudem ein großes Territorium.
Emil ist auf der Suche nach einem neuen Lebensraum, der Schutz, Fortpflanzungspartnerinnen und ausreichende Nahrung bietet. Als Pflanzenfresser kommt er mit Sträuchern, Wasserpflanzen und jungen Zweigen zurecht und kann bis zu 20 Kilogramm Nahrung am Tag konsumieren. Er benötigt als Wiederkäuer lediglich vier bis sechs Stunden Schlaf, da seiner Mission viel Raum gewidmet wird.
Er weiß, was er will
Bald beginnt die Brunftzeit der Elche. Ob Emil jedoch bis zu diesem Zeitpunkt auf einen weiteren Elch oder überhaupt auf einen Artgenossen treffen wird, ist fraglich. In Niederösterreich sind die Chancen gering, da Emil voraussichtlich das Bundesland bald wieder verlassen wird, so ein Sprecher des NÖ Jagdverbands.
Der Elch wird voraussichtlich kein dauerhafter Bewohner von Niederösterreich. Die hohe Zersiedelung und zahlreiche Verkehrswege zerschneiden die Lebensräume. Zudem sind viele Straßen mit Barrieren gegen Wildwechsel geschützt, was sinnvoll erscheint, jedoch nicht förderlich für die Wanderungen der Elche ist. Das teils hohe Klima stellt eine weitere Herausforderung dar, was die Eignung des Lebensraums für die großen Huftiere einschränkt.
Nicht aufschrecken
Obwohl die Begegnung mit einem Wildelch aufregend ist, warnt der NÖ Jagdverband dringend davor, die Nähe zu Emil zu suchen. „Elche sind zwar Fluchttiere, können jedoch in Stresssituationen aggressiv reagieren, insbesondere in der bevorstehenden Brunft. Wenn sie nicht genug Zeit zum Wiederkäuen haben, kann dies gesundheitliche Folgen nach sich ziehen“, so die Warnung. Zudem steigt bei einer Flucht des gestressten Elchs das Risiko eines Wildunfalls.


