Kritik der Grünen: Mistplatz in der Dresdner Straße bleibt geschlossen, neuer Standort in der Innstraße geplant

September 7, 2025 19:35
Kritik der Grünen: Mistplatz in der Dresdner Straße bleibt geschlossen, neuer Standort in der Innstraße geplant

Der Mistplatz in der Dresdner Straße bleibt dauerhaft geschlossen – stattdessen soll auf dem Gelände Wohnbau entstehen, während ein neuer Standort in der Innstraße geplant ist. Die Grünen kritisieren die Pläne scharf. Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN/LEOPOLDSTADT/BRIGITTENAU. Der Mistplatz Zwischenbrücken in der Dresdner Straße, welcher seit 2020 außer Betrieb ist, wird nicht wieder eröffnet. Stattdessen sind auf diesem Areal neue Wohnbauten vorgesehen. Die entsprechenden Pläne wurden im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss präsentiert und beschlossen.

„Mit Beschlüssen des Flächenwidmungs- und Bebauungsplan durch den Gemeinderat in den Jahren 2018 und 2020 wurde die rechtliche Grundlage für Wohnbauten angrenzend an den alten Mistplatz geschaffen“, erklärt das Büro für Stadtteilplanung und Flächenwidmung der Stadt Wien. In Zukunft soll ein neuer „Grätzlmistplatz“ in der Innstraße die Abfallentsorgung für die Bürger des 2. und 20. Bezirks sicherstellen.

Kritik von den Grünen

Die Wiener Grünen äußern scharfe Kritik an den neuen Plänen und bezeichnen das Projekt in der Innstraße als „autozentrierten Mega-Mistplatz“. Dieses Vorhaben werde nicht nur den angestrebten geförderten Wohnbau verdrängen, sondern auch die Lebensqualität der Anwohner durch erhöhtes Verkehrsaufkommen, Lärm und Abgase beeinträchtigen.

Grüner Gemeinderat Kilian Stark und Bezirksvorsteher-Stellvertreter Bernhard Seitz von der gleichen Partei verwiesen auf einen einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung vom 13. März, der die Wiedereröffnung und Modernisierung des Mistplatzes an der Dresdner Straße fordert. Eine großangelegte Umfrage im Bezirk hat ergeben, dass 83 Prozent der Bevölkerung die Erhaltung und Sanierung des bestehenden Standorts befürworten – lediglich 17 Prozent wünschen sich einen Neubau.

SPÖ hält dagegen

Ausschussvorsitzender und SPÖ-Gemeinderat Omar Al Rawi entgegnete den Kritikern: „Die Grünen haben in ihrer einstigen Zuständigkeit die Widmung für das besagte Gebiet in der Dresdner Straße umgesetzt – und zwar für Wohnbau, und zwar direkt und unmittelbar bei dortigem Mistplatz. Das war der ‚Todesstoß‘ für den Mistplatz, der in enger Wohnumgebung einfach nicht mehr adäquat ist.“

Die Stadt verweist zudem darauf, dass das Widmungsverfahren gemäß der Wiener Bauordnung durchgeführt worden sei. Während der öffentlichen Auflage habe es mehrere Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung gegeben. „Ein Ziel der Standortwahl war die Minimierung der Störungen durch Verkehrsemissionen und Lärm für die ansässige Bevölkerung. Daher grenzt er nicht unmittelbar an eine Wohnbebauung“, wird erklärt. Zudem soll ein eigenes Verkehrskonzept entwickelt werden, das den Zugang für Fußgänger und Lastenräder erleichtert.

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