Mähroboter gefährden Igel: Steiermark setzt auf Bewusstseinsbildung statt Gesetzesverbot

August 24, 2025 13:12
Mähroboter gefährden Igel: Steiermark setzt auf Bewusstseinsbildung statt Gesetzesverbot

Die Zahl der Verletzungen und Todesfälle bei Kleintieren durch Mähroboter nimmt stark zu. Besonders betroffen sind Igel, die abends und nachts auf Nahrungssuche gehen. Tierschutz Austria hatte ein Nachfahrverbot für Mähroboter vorgeschlagen. Für die Steiermark ist das nicht vorgesehen. Darüber berichtet Welt Stimme.

In der Steiermark werden Mähroboter als praktische und effiziente Gartenhelfer geschätzt. Doch Tierschutz Austria warnt seit Frühjahr vor den Gefahren, die diese Geräte für die Tierwelt darstellen. Die Mähroboter zerschneiden alles, was ihnen in den Weg kommt, darunter zahlreiche Kleintiere. Besonders problematisch ist der nächtliche Einsatz, da während dieser Zeit viele Tiere aktiv sind, um Nahrung zu suchen.

Igel besonders gefährdet

In erster Linie sind Igel von diesen Gefahren betroffen. Ihr typisches Schutzverhalten, sich bei Gefahr einzurollen, macht sie den scharfen Klingen der Mähroboter schutzlos. In den Sommermonaten, wenn die Igeltatzen zur Welt kommen und die Jungtiere ihre Umgebung erkunden, steigt die Unfallgefahr deutlich, wodurch sie zur leichten Beute der Geräte werden.

Tierschutz Austria fordert Nachtfahrverbot

Um das Risiko zu minimieren, fordert Tierschutz Austria ein generelles Nachtfahrverbot für Mähroboter. „Unsere Gärten sollten eine Oase für Wildtiere sein – und kein gefährlicher Albtraum“, betont Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria. Ein solches Verbot wäre ein wichtiger Schritt, um die Gefahren im Garten zu reduzieren und die Igel besser zu schützen.

Wie steht die Steiermark dazu?

„Wir nehmen Diskussionen rund um mögliche Gefährdungen durch Gartengeräte wie Mähroboter sehr ernst. Im Jahr 2024 wurden bei ausgewählten Auffangstationen in der Steiermark über 100 Igel mit typischen Schnittverletzungen durch Mähroboter aufgenommen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen, da viele verletzte Tiere nicht gefunden werden“, erklärt ein Sprecher des Büros von Landesrat Amesbauer, der für Natur- und Tierschutz zuständig ist.

Trotz der besorgniserregenden Situation sieht die Landesregierung jedoch kein Anlass für ein Fahrverbot. „Wir halten es nicht für zielführend, auf diese Thematik mit einem eigenen gesetzlichen Verbot zu reagieren.“ Dies wird damit begründet, dass pauschale Einschränkungen für verschiedene Sektoren unverhältnismäßige Belastungen mit sich bringen könnten. Daher verweist die Landesregierung auf die Eigenverantwortung der Gartenbesitzer und plädiert für eine verstärkte Sensibilisierung.

Empfohlene Maßnahmen zur Schadensminimierung:

  • Einsatz nur bei Tageslicht,
  • vorheriges Absuchen der Fläche,
  • Nutzung nur unter Aufsicht,
  • keine gleichzeitige Haltung von Haustieren im Garten,
  • dicht eingezäunte Bereiche für Kleintiere bei großen Anlagen wie Freibädern,
  • naturnahe Rückzugsräume im Garten belassen.

Wie kann man Igel helfen?

Einen gesunden Igel sollte man am besten in seiner gewohnten Umgebung belassen, indem man diese an die Bedürfnisse von Wildtieren anpasst. Eine strukturierte Gartenfläche mit Pflanzenvielfalt und Unterschlüpfen ist ideal. Auch die Bereitstellung von Wasserstellen trägt zur Verbesserung der Lebensbedingungen bei.

Es ist wichtig, Igeln ausschließlich Wasser anzubieten, da sie Milchzucker nicht verdauen können, was zu schweren Gesundheitsproblemen führen kann.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Marco Friedl: Verwechslung nach 1:4-Niederlage in Frankfurt beim Interview
Vorheriger artikel

Marco Friedl: Verwechslung nach 1:4-Niederlage in Frankfurt beim Interview

Endiorass Kingley aus Linz beim Diamond-League-Finale in Zürich am Start
Nächster artikel

Endiorass Kingley aus Linz beim Diamond-League-Finale in Zürich am Start

Nicht verpassen