Melk entwickelt Boulevard mit Bürgerbeteiligung: Klimawald und innovative Stadtplanung im Fokus

August 29, 2025 15:12
Melk entwickelt Boulevard mit Bürgerbeteiligung: Klimawald und innovative Stadtplanung im Fokus

Boulevard Melk: Ein Vorzeigeprojekt für Stadt, Klima und Lebensqualität, wo Stadtentwicklung auf Gemeinschaft trifft.

MELK. Die Stadtgemeinde Melk hat im Rahmen von drei Informationsveranstaltungen am 26. und 28. August alle Bürger und Anwohner sowie die Wirtschaftstreibenden der Stadt eingeladen, um das Projekt „Boulevard Melk – Miteinander Entwickeln“ vorzustellen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Rückblick auf Geschichte

Bürgermeister Patrick Strobl thematisierte in seiner Ansprache die lange Tradition der Quartiersentwicklungen in Melk, die ihren Ursprung im Villenviertel haben. Projekte wie der Löwenpark benötigten ebenfalls Zeit zur Realisierung. Die aktuelle Quartiersentwicklung umfasst die Abbe-Stadler-Gasse und den Bereich zwischen dem Forsthaus und der Tischlerei Fürst, die Teil des zukünftigen Boulevard Melk werden.

Zur Einbindung der Bevölkerung in den Entwicklungsprozess wurde bereits 2014 ein erster Bürgerbeteiligungsprozess initiiert. Die Idee des Boulevards entstand 2016, gefolgt von zahlreichen Konzepten und Workshops, die die Grundlagen für die bevorstehenden Schritte legten, darunter das Plus-Energie-Quartier und die im Jahr 2023 begonnene Mobilitätsplanung von Rosinak & Partner.

2024 in heißer Phase

Die Planungen nahmen 2024 Fahrt auf, und Themen wie das klimafitte Melk sowie eine Bevölkerungsumfrage wurden in den Vordergrund gerückt. Der Boulevard Melk blieb somit ein aktives Projekt, das kontinuierlich vorangetrieben wurde. Die Stadtgemeinde Melk konnte nun den Masterplan im Stadtsaal präsentieren.

Somit ist klar, dass ein derart umfassendes Projekt in einer österreichischen Kleinstadt bislang einmalig ist. Melk anführt hiermit eine neue Entwicklung und ist finanziell gut aufgestellt: Gemeinsam mit der Stadt Berlin hat sich Melk im Wettbewerb um Fördermittel behauptet.

3,8 Millionen Euro an Förderung

Die EU-Kommission unterstützt das Projekt im Rahmen des Umwelt- und Klimaprogramms LIFE mit einem Gesamtbetrag von etwa 3,8 Millionen Euro. Diese Mittel sind für die bauliche Umsetzung der Quartiersentwicklung sowie für innovative Finanzierungsinstrumente vorgesehen.

Bürgermeister Patrick Strobl unterstrich: „Durch den kontinuierlichen Entwicklungsprozess der letzten Jahre hat sich die Idee eines Klimawaldes in unserer Innenstadt entwickelt, was zahlreiche Möglichkeiten eröffnet hat, die nun zur Umsetzung kommen.“

Projektzeitplan

Mit dem Baubeginn der Neuplanung des Weierbachs wird auch die Umsetzung des Klimawaldes gestartet. Dabei sollen der bestehende Parkplatz und die Straße umgestaltet werden, um einen waldähnlichen Grünraum zu schaffen. Die Planung wird vom Wiener Büro Green4Cities durchgeführt, das bereits internationale Erfahrungen mit urbanen Wäldern hat.

Das Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau der BOKU University begleitet das Projekt wissenschaftlich. Die zukünftige Abbe-Stadler-Gasse wird mit heimischen Pflanzenarten begrünt und soll ein angenehmer Aufenthaltsort sowie ein verbessertes Stadtklima schaffen.

Mobilität und verkehrsberuhigte Innenstadt

Im Sommer wurden durch Rosinak & Partner umfangreiche Verkehrsmessungen realisiert, um ein genaueres Bild des Verkehrsaufkommens in Melk zu erhalten. Diese Messungen werden bis in die Wintermonate fortgesetzt. Das umfassende Mobilitätskonzept umfasst auch verkehrsberuhigte Zugänge zu den Anliegerhäusern.

Darüber hinaus plant die Stadtgemeinde, die Tiefgarage einiger Gebäude außerhalb der regulären Öffnungszeiten öffentlich zugänglich zu machen, um Ressourcen effizient zu nutzen.

Die NID – NOE Immobilien Development GmbH kündigte außerdem ein Bauvorhaben auf dem ehemaligen Hypo-Niederösterreich-Gelände an, in dem voraussichtlich 27 freifinanzierte Eigentumswohnungen entstehen sollen. Der Baubeginn ist für März 2026 angesetzt.

„Unsere Tischlerei“

Lukas Fürst, Geschäftsführer der Tischlerei Fürst, stellte neben dem Gesamtprojekt das Vorhaben „Unsere Tischlerei“ vor. Die Tischlerei hat sich bereits zu einem wichtigen Ort der Begegnung, des Handwerks und der Kultur entwickelt.

Die Vision von Lukas Fürst manifestiert sich in den bestehenden Räumlichkeiten mit einem Coworking-Space, einem Bewegungsraum für Familien, Projekten im Handwerk und einer Kulturwerkstatt.

„Wir schaffen mit der Tischlerei ein Leuchtturmprojekt zur Stärkung des ländlichen Raums, unterstützt von über 1.000 Menschen, die an diesem Prozess teilgenommen haben“, so Fürst. Der kooperative Architekturwettbewerb wird durch das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur unterstützt.

Hand in Hand

Die präsentierten Bauvorhaben sind Schritte einer umfassenden Quartiersentwicklung in Österreich. Vom Löwenpark über die Tischlerei Fürst bis hin zum geplanten Klimawald entsteht eine durchgehende Flaniermeile, die als Zukunftsmodell der Stadtentwicklung gilt. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Bevölkerung weiterhin aktiv durch Workshops und Informationsveranstaltungen eingebunden.

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