Migrationsbericht 2025: Villach verdankt sein Wachstum der Zuwanderung

August 5, 2025 13:14
Migrationsbericht 2025: Villach verdankt sein Wachstum der Zuwanderung

Der Migrationsbericht 2025 zeigt, dass ohne Migration sowohl Österreich als auch Villach erheblich kleiner wäre.

VILLACH. In Österreich werden seit Jahren weniger Kinder geboren, als Menschen sterben. „Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung auf das Niveau der 1950er-Jahre schrumpfen“, berichtete der Standard. Eine Umfrage der Krone ergab, dass zunehmende Anzahl von Menschen das Zusammenleben negativ bewertet, während drei Viertel der Migranten sich als Teil Österreichs fühlen. Laut ORF werden bis 2080 über zehn Millionen Einwohner prognostiziert. Integrationsreferentin und Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser (SPÖ) sowie Integrationsbeauftragter Kristijan Miksche diskutieren die Integration in Villach.

Treffpunkt der Nationen

In Villach besitzen 25,19 Prozent der Bevölkerung eine ausländische Staatsbürgerschaft. Die größten Gruppen kommen aus Deutschland, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Slowenien, Italien, Syrien, Ungarn, Rumänien, Afghanistan und der Russischen Föderation. Insgesamt leben in Villach Menschen mit 128 verschiedenen Staatsangehörigkeiten. Österreichweit haben 20,2 Prozent (1,86 Millionen) eine ausländische Staatsbürgerschaft, wobei die stärksten Gruppen Deutsche, Rumänen, Türken, Serben und Ungarn sind. Kärnten hat mit 16,9 Prozent den niedrigsten Anteil an Personen mit Migrationshintergrund in Österreich, erläutert Miksche.

Wie läuft die Migration?

Die Migration nach Villach bringt ähnliche Herausforderungen wie in anderen Städten mit sich: unterschiedliche Sprachen, Religionen und Werte. „Das Zusammenleben wird ständig neu ausgehandelt, wobei die Offenheit der Villacher nicht übersehen werden darf, auch wenn die letzten Jahrzehnte viele Veränderungen mit sich brachten“, erklärt Sandriesser. Miksche betont die Notwendigkeit, den ungeschriebenen Gesellschaftsvertrag und die Werte expliziter zu formulieren, weshalb das Integrationsleitbild überarbeitet wird.

„Villacher“, oder nicht?

Wie identifizieren sich Zugewanderte? Sandriesser betont, dass die Mehrheit der Zugewanderten Villach als ihre Heimat betrachtet. „Eine Lokalidentität ist oft inklusiver als Nationalitäten-Zuschreibungen“, bemerkt sie. Es wird ein Trend sichtbar, dass Herkunftsländer aufgrund billiger Mobilität und dem Einfluss des Internets wieder relevanter werden, ergänzt Miksche.

Villach heute

Ohne Migration hätte Villach heute nur etwa 45.000 Bewohner, also ein Drittel weniger als die aktuelle Bevölkerung von 65.750. Besonders der Rückgang in jüngeren Altersgruppen wäre erheblich, heben Sandriesser und Miksche hervor.

Deutsch am Vormarsch

Die Stadt Villach hat frühzeitig erkannt, dass Integration aktiv gefördert werden muss. „Die Mehrheitsgesellschaft muss bereit sein zur Aufnahme“, so Sandriesser. Villach verfolgt das Motto ‚grenzenlos Villach, Villach grenzenlos‘, was die inklusive Haltung der Stadt verdeutlicht.

Villacher Voraussetzungen

  • Zugewanderte, die Wohnungen benötigen, müssen eine kurze Schulung zum harmonischen Zusammenleben absolvieren.
  • Kinder mit ausbaufähigen Deutschkenntnissen können vor Schulbeginn an einer Pre-Summer-School teilnehmen.
  • Lehrkräfte, Migranten und Vereine erhalten Fortbildungen zu Migration und Integration.
  • Es finden Vernetzungstreffen mit relevanten Vereinen statt.
  • Die Stadt unterstützt Extremismuspräventionsprojekte.
  • Vereine, die Deutschkurse anbieten, werden gefördert, und es gibt umfassende Beratungsangebote.

Integration als Grundpfeiler

Sowohl Sandriesser als auch Miksche betonen die Bedeutung der Integration für das harmonische Zusammenleben. Sandriesser hebt hervor: „Es gibt viele Möglichkeiten, Deutsch zu lernen, und die Menschen müssen den Mut haben, das Gelernte anzuwenden.“ Die heranwachsende Generation zeigt einen klaren Trend zur Anwendung der deutschen Sprache, was eine positive Entwicklung darstellt.

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