Windkraftprojekt in Weißenbach gescheitert
WEISSENBACH. Der Gemeinderat hat die Nutzung von Windkraft in der Gemeinde vorerst abgelehnt. Eine Abstimmung über Genehmigungen für Windmessungen fiel negativ aus, was das Projekt der Firma Simonsfeld obsolet macht.
Nach einer umfassenden Präsentation des Windkraftprojekts auf dem „Führenberg“ war die erste Entscheidung im Gemeinderat zu treffen. Der notwendige Kooperationsvertrag zur Durchführung der Windmessungen wurde jedoch mit 5:3 Stimmen abgelehnt. Ohne diese Messungen kann das Vorhaben nicht fortgeführt werden.
Bürgermeister Harald Schwarzenbrunner war von dem Abstimmungsergebnis überrascht. „Ich hatte den Eindruck, dass die Stimmung mehrheitlich für die Windkraftnutzung in Weißenbach ist“, sagte er. Er sieht die Windkraft als wichtiges zukunftsweisendes Thema mit potenziellen jährlichen Einnahmen für die Gemeinde von etwa 100.000 bis 125.000 Euro.
Das Ergebnis der Abstimmung vom 7. Mai verdeutlicht eine kritische Haltung der Bevölkerung zur Windkraftnutzung in der Region. Gleichzeitig offenbart es ein strukturelles Problem im Gemeinderat. Nach dem Rücktritt von Hans Dreier zur Bürgermeisterwahl 2022 trat erst spät eine neue Liste unter Schwarzenbrunner zusammen, die nur 18 Kandidaten umfasste. Mittlerweile haben sieben Personen ihr Mandat niedergelegt, sodass nur noch elf der insgesamt 13 Sitze im Gemeinderat besetzt sind. In der Sitzung am 7. Mai waren lediglich acht Vertreter anwesend, von denen nur drei für die Windkraft plädierten.
Schwarzenbrunner äußerte Bedenken bezüglich der zukünftigen politischen Situation und plant, sich in zwei Jahren erneut zur Wahl zu stellen, sofern sich genügend Unterstützer finden lassen. Die Suche nach Mitstreitern wird zunehmend schwierig, was die umfangreichen Herausforderungen, die in den nächsten Jahren anstehen, zusätzlich kompliziert.
Einordnung
Die Ablehnung des Windkraftprojekts in Weißenbach zeigt die Skepsis der Bevölkerung gegenüber erneuerbaren Energien in der Region. Die Situation im Gemeinderat und der Rückgang an Mitgliedern könnten die politische Handlungsfähigkeit in Zukunft weiter einschränken, was die Umsetzung wichtiger Entscheidungen erschwert.


