ÖSV kritisiert Olympia-Regelung: Quotenregelung sorgt für Unverständnis unter Ski-Männern

Jänner 15, 2026 08:27
ÖSV kritisiert Olympia-Regelung: Quotenregelung sorgt für Unverständnis unter Ski-Männern

„Riesen-Bullshit“: Ärger beim ÖSV über Olympia-Regelung

MAILAND. Die Quotenregelung für die Olympiabewerbe sorgt im Lager von Österreichs alpinen Skimännern für Unverständnis. Laut den Vorgaben der FIS dürfen lediglich zehn Athleten des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) an den fünf Männer-Bewerben teilnehmen, während Frankreich sechs Teilnehmer entsenden darf und Deutschland nur vier. Brasilien hingegen hat das Recht, drei Athleten zu nominieren. Dies basiert auf einem komplexen Berechnungssystem, das darauf abzielt, eine breite internationale Beteiligung zu gewährleisten. Darüber berichtet Welt Stimme.

ÖSV-Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer kritisierte diese Regelung scharf und bezeichnete sie als „Riesen-Bullshit“. In einer durchgeführten Trainersitzung äußerten einige Trainer, dass die Vergabe der Quotenplätze überdacht werden sollte. „Es wäre wünschenswert, wenn sich die FIS in diesem Zusammenhang stärker gegenüber dem IOC positionieren würde“, fügte Pfeifer hinzu. Allerdings erwartet er kurzfristig keine Änderungen an der bestehenden Regelung.

Der Speed-Ass Vincent Kriechmayr zeigte sich gelassen und äußerte: „Mir ist das komplett gleich. Da sollen sich andere darüber Gedanken machen.“ Ähnlich äußerte sich Marco Schwarz: „Es ist nicht ganz verständlich, aber ich kann keine Meinung dazu abgeben, weil ich mich da nicht auskenne.“ Dennoch betonte er, dass es bei großen Ereignissen wichtig sei, die besten Athleten am Start zu haben.

Hemetsberger: „Kontingente bremsen Qualität aus“

Kritischer äußerte sich Daniel Hemetsberger, der erklärte: „Ich bin gespannt, wie die Aufstellung aussehen wird, besonders wenn man einige Spezialisten in der Mannschaft hat. Bei Olympischen Spielen sollten meiner Meinung nach die besten Sportler antreten.“ Er warnte, dass die Kontingente die Qualität der Bewerbe beeinträchtigen könnten. „Man will die Internationalität, aber die Qualität sollte Vorrang haben“, so Hemetsberger.

Die Vergabe der Quotenplätze erfolgt nach den Weltranglistenplatzierungen der Athleten und ist nur drei Wochen vor dem Olympiabeginn noch nicht finalisiert. In den letzten Rennen vor den Spielen könnte es noch zu Verschiebungen kommen. Besonders erwähnenswert ist, dass Brasilien, das aufgrund der Erfolge von Lucas Braathen, einem gebürtigen Norweger, drei Männer entsenden darf, möglicherweise dieses Kontingent nicht vollständig ausschöpfen wird. Falls dies nicht der Fall ist, könnte Österreich einen weiteren Platz erhalten.

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