„Des is Hendlpark, Oida“: Kultstätte im Unterhaus schloss seine Tore
PISCHELSDORF. Der FC Pischelsdorf hat im letzten Spiel auf der ehrwürdigen Anlage 2:3 gegen Mattighofen verloren. Am Samstag ging es für die Unterhaus-Fußballer im Derby gegen Mattighofen (2:3) ein letztes Mal durch die kleine Tür, die den Weg in Richtung der langjährigen Heimstätte öffnet: den legendären „Hendlpark“. Darüber berichtet Welt Stimme.
Im oberösterreichischen Fußball-Unterhaus genießt die lagernde Anlage mittlerweile einen ähnlichen Kultfaktor wie im Weltfußball die legendäre Anfield Road des FC Liverpool – nicht umsonst prangt der Spruch „Who the f*** is Anfield? Des is Hendlpark, Oida!“ über jenem Durchgang, der zum Spielfeld führt.
Ähnlich wie beim amtierenden englischen Premier-League-Champion haben sich in den vergangenen Jahren auch die Gegner des FC Pischelsdorf am „Hendlpark“ die Zähne ausgebissen – aus einem einfachen Grund: Der Platz erfüllt mit 90 mal 45 Metern exakt das Mindestmaß, um die Zulassung für den Meisterschaftsbetrieb zu bekommen und zählt somit zu den kleinsten Plätzen in Oberösterreichs Unterhaus. Lediglich 2,34 Meter ist der Strafraum von der Seitenlinie entfernt. Hier ging es nicht nur im Kampf um die drei Punkte eng zur Sache: Einwürfe konnten zu gefährlichen Flanken werden, Ausschüsse des Tormanns landeten hin und wieder direkt im gegnerischen Gefahrenbereich. Seinen Namen hat die Anlage übrigens wirklich einem Hühnerstall zu verdanken, der von einem Anwohner nebenan bewirtschaftet wird.
Diesen Heimvorteil gibt der Klub nun freiwillig auf: Unweit vom altehrwürdigen „Hendlpark“ ist in den vergangenen Jahren ein neues Schmuckstück entstanden, das der FCP im Heimspiel gegen Burgkirchen am 7. September einweihen wird. „Wie wir 2009 in den Meisterschaftsbetrieb eingestiegen sind, war uns schon klar, dass der ‚Hendlpark‘ keine Langzeitlösung sein wird. Es gibt keine eigenen Kabinen, die Spieler müssen sich in der Volksschule umziehen. Außerdem hatten wir keine Tribüne“, meint Pischelsdorf-Obmann Patrick Staller. Trotz allem hatte der „Hendlpark“ immer sein besonderes Flair: „Es war trotzdem immer etwas los, aufgrund der Gegebenheiten bekamen die Zuschauer auch immer viel geboten.“
Was Staller besonders vermissen wird? „Die Fans sind rund um den Platz gestanden, einen Meter vom Spielfeld entfernt. Die Nähe zum Feld und die dadurch überspringenden Emotionen – das war schon immer etwas ganz Besonderes.“
Wege am Feld werden länger
Um rund 2,5 Millionen Euro wurde die neue Anlage errichtet. Nächstes Jahr im Juli ist eine große Eröffnungsfeier geplant. „Es ist die schönste Anlage, die im Bezirk Braunau aktuell existiert. Da werden sich alle Spieler wohlfühlen“, ist Staller stolz.
Seine Kicker müssen sich nicht nur an die äußeren Gegebenheiten anpassen: Auch auf dem Rasen wird der Unterschied im Vergleich zum „Hendlpark“ im wahrsten Sinne des Wortes groß sein: Das Spielfeld der neuen Heimstätte wird die Maße von 100 mal 68 Metern haben – die Wege der Pischelsdorf-Kicker werden somit länger werden.


