Massive Cyberangriffe auf finnische Regierungsseiten

September 27, 2025 16:30
Massive Cyberangriffe auf finnische Regierungsseiten
Massive Cyberangriffe auf finnische Regierungsseiten

Zwischen dem 22. und 25. September 2025 erlebte Finnland eine vier Tage andauernde Welle massiver DDoS-Angriffe, die zentrale Institutionen des Landes lahmlegten. Betroffen waren die Webseiten aller Parlamentsparteien, das Verteidigungs- und Innenministerium, der Staatsrat sowie das Oberste Gericht. Nach Einschätzung des finnischen Cyber-Sicherheitszentrums Traficom wurde die Attacke von der prorussischen Hackergruppe NoName 057(16) ausgeführt. Im Zuge der Angriffe kam es auch zu Störungen bei mehreren Webseiten in der Ukraine.

Wachsende Bedrohung für Europas kritische Infrastruktur

Die Attacke folgte nur wenige Tage nach einem weiteren Vorfall: Am 19. und 20. September legten Cyberangriffe die Registrierungssysteme mehrerer europäischer Flughäfen lahm. Besonders stark betroffen waren die Flughäfen von Berlin, Brüssel und London. In Berlin dauerten die Beeinträchtigungen mehrere Tage an, zahlreiche Flüge wurden verschoben oder gestrichen. Sicherheitsbehörden mehrerer europäischer Staaten warnten, dass prorussische Gruppen ihre Aktivitäten 2025 deutlich intensiviert haben – mit gezielten Angriffen auf kritische Infrastruktur, staatliche Einrichtungen und sogar Wahlprozesse.

Methode und Vorgehen der Hacker

Die Gruppe NoName 057(16) ist für ihre wiederkehrenden DDoS-Kampagnen bekannt. Dabei wird massiver Datenverkehr auf Zielseiten geleitet, um diese für gewöhnliche Nutzer unzugänglich zu machen. Laut den Ermittlungsbehörden kündigt die Gruppe ihre Angriffe häufig im Voraus an und lädt andere Hacker ein, sich zu beteiligen. Diese Form der koordinierten Sabotage ermöglicht es ihr, eine besonders hohe Schlagkraft zu entwickeln.

Hybridkrieg über Cybersabotage hinaus

Die aktuellen Angriffe stehen in einem größeren Kontext hybrider Bedrohungen. Neben Cyberattacken greifen russische Dienste auch zu Sabotageakten wie Brandanschlägen auf Lagerhallen, Beschädigung von Unterseekabeln oder Manipulationen im GPS-System. Zudem wird versucht, über Online-Rekrutierung Bürger dritter Staaten für subversive Aktivitäten einzuspannen.

Europäische Gegenmaßnahmen

Die EU arbeitet derzeit an einer umfassenden Initiative unter dem Titel „Europäischer Schutzschild der Demokratie“, die sich gegen hybride Bedrohungen wie Cyberattacken, Desinformation und Wahlmanipulation richtet. Parallel dazu verstärken europäische Länder ihre Kooperation innerhalb der EU und der NATO, um die gemeinsame Cyberabwehr auszubauen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die demokratischen Institutionen widerstandsfähiger zu machen und dem Versuch entgegenzuwirken, das Vertrauen der Bürger in staatliche Strukturen zu erschüttern.

Geopolitische Dimension

Die zunehmende Häufigkeit solcher Angriffe zeigt, dass Cyberoperationen ein zentrales Instrument im hybriden Krieg Russlands und seiner autoritären Verbündeten gegen westliche Demokratien sind. Ziel ist es, Instabilität zu schaffen, gesellschaftliche Polarisierung zu vertiefen und die Unterstützung für die Ukraine im Westen zu untergraben. Europa reagiert darauf mit verstärkter Wachsamkeit, systematischem Ausbau der Cyberabwehr und klarer politischer Geschlossenheit.

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